10.000 Euro Belohnung

Polizei sucht Verwandlungskünstler: Bislang acht Hinweise

Vladimir Svintkovski wird mit internationalem Haftbefehl gesucht. Er soll in Berlin einen Geschäftsmann ermordet haben.

Die Polizei fahndet nach Wladimir Svintkovski. Die Fotos stammen aus den 1990er-Jahren.

Die Polizei fahndet nach Wladimir Svintkovski. Die Fotos stammen aus den 1990er-Jahren.

Foto: dpa/Polizei Berlin/Montage: BM

Berlin. Knapp 20 Jahre nach einem Mord in Nikolassee fahnden Polizei und Staatsanwaltschaft mit einem internationalen Haftbefehl nach dem mutmaßlichen Mörder. Der Gesuchte soll einen anderen Mann mit einem Kopfschuss getötet haben. Die Staatsanwaltschaft Berlin hat eine Belohnung von bis zu 10.000 Euro ausgelobt.

Einen Tag nach der Veröffentlichung sind acht Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag auf Anfrage. Details nannte der Sprecher dazu nicht.

Der mittlerweile 67 Jahre alte Vladimir Svintkovski steht laut Staatsanwaltschaft im dringenden Tatverdacht, am 6. Mai 1999 in Zehlendorf den Medikamentenhändler Piotr Blumenstock durch einen Kopfschuss getötet zu haben. „In den vergangenen Jahren haben immer neue Ermittlungserkenntnisse zu dem Beschuldigten geführt“, sagte Martin Steltner, Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft. „Nach Vladimir Svintkovski wird wegen hinterlistigen Mordes aus Habgier international gefahndet.“ Nach Angaben der Polizei ist der Gesuchte polnischer Staatsbürger mit russischen Wurzeln. Die Polizei bezeichnet den Mann als einen „Verwandlungskünstler“, der regelmäßig verschiedene Perücken trägt und sein Barthaar verändert.

Vermutlich Gesicht durch plastische Chirurgie verändert

Möglicherweise habe er auch sein Gesicht mithilfe plastischer Chirurgie verändert und sieht deutlich jünger aus, teilte die Polizei mit. In der Vergangenheit nutzte der Tatverdächtige eine Vielzahl von Aliaspersonalien, sodass die Ermittlungsbehörden davon ausgehen, dass er unter hier nicht bekannten Personalien lebt. Die gezeigten Bilder des Tatverdächtigen stammen nach Angaben der Polizei aus den 90er-Jahren.

Seine markanten roten Haare und der Bart werden vermutlich mittlerweile verblasst oder ergraut sein. Vladimir Svintkovski ist etwa 176 Zentimeter groß und spricht mehrere Sprachen fließend, darunter Deutsch, Polnisch und Russisch. Fast vier Jahre nach dem Mord an dem Arzt Piotr Blumenstock im Februar 2003 hatte sich die Kriminalpolizei an die Öffentlichkeit in einer Fahndungssendung eines privaten Fernsehsenders gewandt. Das damals 45-jährige Opfer war an der Kreuzung Von-Luck-Straße/Im Mittelbusch auf dem Weg von seiner Garage zur Wohnung gegen 17.45 Uhr erschossen worden. Der aus Polen stammende Arzt hatte seine Tätigkeit aufgegeben und handelte mit pflanzlichen Medikamenten.

Die Ermittler fragen: Wer kennt Vladimir Svintkovski und kann Angaben zu seinem Aufenthaltsort machen? Wer kann Angaben zu Kontaktpersonen von Svintkovski machen? Wer kennt Orte, an denen der Gesuchte verkehrt oder verkehrt hat?

Für Hinweise zur Gewinnung von Beweismitteln, die zur Aufklärung der Straftat führen, hat die Staatsanwaltschaft Berlin eine Belohnung von bis zu 10.000 Euro ausgesetzt. Hinweise nimmt das Landeskriminalamt Berlin unter Tel. 030-46 64 973 209 oder per ­E-Mail unter fahndung-blume@polizei.berlin.de oder jede andere Polizeidienststelle entgegen. (mit dpa)

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