Schwerer Unfall

Auto fährt in Fußgängergruppe: Frau kämpft ums Überleben

Auch Tage, nachdem ein Autofahrer in Gesundbrunnen in eine Gruppe Fußgänger raste, kämpft eine 29 Jahre alte Frau ums Überleben.

Unfallort Ecke Osloer Straße Prinzenallee

Unfallort Ecke Osloer Straße Prinzenallee

Foto: Thomas Peise

Ein tragischer Verkehrsunfall überschattet den Besuch einer 29-jährigen Brasilianerin, eines 31 Jahre alten Brasilianers und seines 28-jährigen Landsmanns in Berlin. Die drei Touristen sowie zwei weitere in Berlin lebende Deutsch-Brasilianer wurden bei einem Verkehrsunfall in Gesundbrunnen in der Nacht zu Sonnabend zum Teil lebensgefährlich verletzt. Bei dem Unfall war ein Pkw in eine Personengruppe gefahren. Die 29 Jahre alte Brasilianerin schwebt noch immer in Lebensgefahr, nach Polizeiangaben befindet sie sich in einem „sehr, sehr kritischen Zustand.“ Die Frau erlitt schwerste Kopfverletzungen.

Nach den bisherigen Erkenntnissen des Verkehrsermittlungsdienstes der Polizeidirektion 3 war ein 30-jähriger Mann gegen 2.30 Uhr mit seinem BMW auf der Osloer Straße in Richtung Bornholmer Straße unterwegs. An der Kreuzung Prinzenallee soll der BMW-Fahrer laut Zeugen eine rote Ampel missachtet haben. Auf der Kreuzung war der Wagen dann ins Schleudern und nach rechts von der Fahrbahn abgekommen. Laut Polizei fuhr der BMW direkt in die fünfköpfige Personengruppe auf dem Gehweg. Der Unfallwagen kam anschließend an einem Gartentor zu einem Biergarten zum Stehen.

Die zwei Frauen und die drei Männer standen zum Zeitpunkt des Zusammenpralls an der Bordsteinkante und wollten gerade bei Grün die Osloer Straße in Richtung Wollankstraße überqueren. Die fünf Personen, zwei 28 und 29 Jahre alte Frauen sowie zwei 28 Jahre und ein 31 Jahre alter Mann erlitten schwere Verletzungen. Rettungskräfte der Feuerwehr brachten sie in verschiedene Krankenhäuser.

Nach Angaben der Feuerwehr wurde nach Bekanntwerden des Unfalls sofort auf einen sogenannten Massenanfall von Verletzten (MANV) alarmiert, da man bei der Situation davon ausgehen musste, dass eine große Zahl von Betroffenen versorgt werden müsse. Wie die Leitstelle der Feuerwehr mitteilte, waren 30 Feuerwehrleute mit mehreren Rettungseinsatzfahrzeugen an der Unfallstelle.

Der 30-jährige BMW-Fahrer blieb bei dem Unfall unverletzt. Er wurde zunächst in eine Gefangenensammelstelle gebracht, wo er sich einer freiwilligen Blutentnahme unterzog. Nach Polizeiangaben hatte zuvor eine durchgeführte Atemalkoholkontrolle einen Wert von null Promille ergeben. Auch habe es keine offensichtlichen Hinweise gegeben, die auf einen Drogen- beziehungsweise Medikamentenmissbrauch hinweisen würden. Der Mann mit lettischer Staatsangehörigkeit aber mit einer Berliner Meldeanschrift wurde von der Polizei vernommen. Nach Absprache mit der zuständigen Amtsanwaltschaft musste er eine Sicherheitsleistung hinterlegen. Dann wurde er entlassen. Sein BMW wurde zur Erstellung eines technischen Gutachtens sichergestellt.