Feuerwehr-Einsatz

Chlorgas ausgetreten: Paul-Drude-Institut in Mitte evakuiert

Das giftige Chlorgas trat aus einem Behälter in einem Labor aus. Offenbar aber nur in geringen Mengen.

In einem wissenschaftlichen Institut in Mitte ist am Montagvormittag Giftgasalarm ausgelöst worden. In einem Labor des Paul-Drude-Instituts für Festkörperelektronik am Hausvogteiplatz war aus bislang noch unbekannten Gründen giftiges Chlorgas aus einem Behälter ausgetreten. Die umgehend alarmierte Feuerwehr war mit 40 Spezialisten und Spezialtechnik vor Ort. Die betroffene Etage in dem mehrgeschossigen Gebäude wurde evakuiert, Feuerwehrleute in Schutzanzügen überprüften anschließend das betroffene Labor und umliegende Räume. Nach eineinhalb Stunden konnte Entwarnung gegeben werden. Verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen niemand. „Das Ganze ist wohl glimpflich abgelaufen“, sagte Feuerwehrsprecher Björn Radünz.

Bei seiner Behörde ging der Alarm um 10.26 Uhr ein. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte hatten bereits zahlreiche Mitarbeiter des Instituts nach Auslösen des Hausalarms eigenständig das Gebäude verlassen. Die restlichen Mitarbeiter brachte die Feuerwehr bei der Evakuierung des Gebäudes in Sicherheit. Vor dem Gebäude wurde ein sogenannter Dekontaminationsplatz eingerichtet. Dabei handelt es sich um einen Container, in dem Personen behandelt werden, die womöglich mit den hochgiftigen Gasen in Berührung gekommen sind. Der wurde, wie sich schnell herausstellte, glücklicherweise nicht gebraucht.

„Unsere Spezialisten haben dann das Gebäude untersucht, aber keine Rückstände des Chlorgases mehr festgestellt. Da hatte die Abzugsanlage offenbar gute Arbeit geleistet“, sagte Radünz. Um 12.04 Uhr wurde der Feuerwehreinsatz für beendet erklärt, die Mitarbeiter des Institutes konnten wieder zurück an ihre Arbeitsplätze.

Ein Mitarbeiter habe bemerkt, dass Gas aus einer Verbindungsleitung ausgetreten sei, sagte ein Sprecher des Instituts. Daraufhin seien sofort nötige Vorkehrungen getroffen worden, die Labore seien für solche Notfälle gerüstet, Abzüge sorgten dafür, dass Gas nicht entweichen könne, sagte der Sprecher weiter. Chlorgas ist hochgiftig und kann unter Umständen tödliche Wirkung entfalten. Wird das stechend riechende Gift eingeatmet, greift es Atemwege und Lunge an. In hoher Konzentration eingeatmet, führt es zu Atemnot und einem häufig qualvollen Tod. In dem Institut am Hausvogteiplatz ist offenbar nur eine vergleichsweise geringe Menge ausgetreten.

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