Razzia

Einsatz in der Rigaer Straße: Mögliche Beweise gefunden

Laut Staatsanwaltschaft fanden die Beamten Kleidungsstücke, die offenbar auch bei dem Überfall getragen wurden.

SEK-Beamte bei der Razzia in der Rigaer Straße.

SEK-Beamte bei der Razzia in der Rigaer Straße.

Foto: Paul Zinken / dpa

Berlin. Sie kamen mit 560 Beamten, mit Maschinenpistolen und schwerem Gerät: Die im Auftrag der Staatsanwaltschaft durchgeführten Durchsuchungen der Polizei am vergangenen Donnerstag in mehreren Wohnungen in Kreuzberg und in dem linken Szenehaus in der Rigaer Straße 94 in Friedrichshain hatten für Diskussionen gesorgt. Abgeordnete der Linkspartei und der Grünen zweifelten an der Verhältnismäßigkeit der Maßnahme.

Nun zeigt sich: Zumindest aus Sicht der Ermittler war der Einsatz ein Erfolg. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte der Berliner Morgenpost, dass die Beamten Beweismittel beschlagnahmten, mit denen die Beschuldigten in dem zugrunde liegenden Ermittlungsverfahren möglicherweise überführt werden könnten.

Drei Männer und eine Frau sollen Kiosk überfallen haben

Der Frau und den drei Männern zwischen 23 und 25 Jahren wird vorgeworfen, im Mai dieses Jahres einen Spätverkauf in der Reichenberger Straße in Kreuzberg überfallen zu haben. Der Vorfall ist auf einem Video dokumentiert. Darin ist zu sehen, wie mehrere Vermummte den Kiosk-Betreiber verprügeln sowie Einrichtungsgegenstände und Verkaufsgegenstände zertrümmern.

Der Überfall des Rollkommandos war offenbar eine Racheaktion. Eine Frau, mutmaßlich die Beschuldigte, hatte zuvor versucht, in dem Kiosk ein Päckchen abzuholen. Weil sie keinen Personalausweis vorlegen konnte, verweigerte ihr der Kioskbesitzer dies allerdings. Daraufhin gerieten beide in einen Streit.

Beweis reicht für eine Anklage

Laut Staatsanwaltschaft fanden die Beamten in der Wohnungen einer der beschuldigten Personen Kleidungsstücke, die offenbar auch bei dem Überfall getragen wurden. In Justizkreisen heißt es, dass dies als Beweis für eine Anklage und womöglich für eine Verurteilung reichen könnte. Wie berichtet, wurden außerdem Handys und Laptops beschlagnahmt. „Die sichergestellten Gegenstände werden nun ausgewertet“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner.

Ausgerechnet die Durchsuchung, die den größten Aufwand erforderte, brachte die Ermittlungen allerdings nicht voran: Denn ob die Beschuldigte, die in dem linken Szeneobjekt in der Rigaer Straße 94 gemeldet ist, tatsächlich dort wohnt, konnte bei dem spektakulären Einsatz nicht festgestellt werden. Die Durchsuchung sei ohne Ergebnis verlaufen, sagte Steltner.

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