S41/S42

Unbekannte werfen fünf Meter lange Stange auf S-Bahn-Gleis

60 Passagiere mussten zweieinhalb Stunden in der S-Bahn ausharren. Ein Zeuge beobachtete acht bis neun Jugendliche bei der Tat.

Ermittler sichern Spuren auf der Oderstraßenbrücke. Auf dem kleinen Bild: die Schranke aus Metall.

Ermittler sichern Spuren auf der Oderstraßenbrücke. Auf dem kleinen Bild: die Schranke aus Metall.

Foto: Morris Pudwell/Bundespolizei Berlin/Montage: BM

Berlin. Unbekannte haben am Mittwochabend eine Eisenstange auf die Gleise der Ringbahn-Trasse in Neukölln geworfen. Ein Zug überrollte die fünf Meter lange Metallstange zwischen den Bahnhöfen Hermannstraße und Tempelhof und wurde dabei so stark beschädigt, dass er aus eigener Kraft nicht mehr weiter fahren konnte.

Etwa 60 Passagiere mussten rund zweieinhalb Stunden in dem Zug ausharren, bevor er mithilfe einer weiteren S-Bahn in den Bahnhof Tempelhof geschoben werden konnte. Verletzt wurde niemand.

Der Wurf des Gegenstandes, den ein Sprecher der Bundespolizei als "rot-weißen Schrankenbaum aus Metall" bezeichnete, erfolgte gegen 20.20 Uhr von der Oderstraßenbrücke aus. Laut Bundespolizei sah der 58 Jahre alte Fahrzeugführer kurz vor der Durchfahrt der Unterführung, dass eine Gruppe die Stange von der Brücke aus fallen ließ. In der S-Bahn sei beim Aufprall ein lauter Knall zu vernehmen gewesen.

Durch den Aufprall kam es zu einem Kurzschluss, die eine Weiterfahrt des Zuges verhinderte. Erst gegen 22.50 Uhr konnte die betriebsunfähige S-Bahn in den S-Bahnhof Tempelhof geschoben werden.

Zeuge will acht bis neun Jugendliche gesehen haben

Noch am Abend untersuchten Beamte der Bundespolizei den Tatort und leiteten ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr ein. Die Ermittler gehen von einer vorsätzlichen Tat aus. Ein Zeuge gab gegenüber den Beamten an, dass der Schrankenbaum schon länger in einer Grünanlage lag. Eine Gruppe von acht bis neun Jugendlichen soll die Stange dann gemeinsam aufgehoben und von der Brücke auf die Gleise geworfen haben.

Laut den Aussagen des 50 Jahre alten Zeugen sollen die Jugendlichen ein südländisches Erscheinungsbild gehabt haben. Eine Person soll mit einem weißen Sweatshirt mit schwarzem Aufdruck bekleidet gewesen sein. Zeugen, die sachdienliche Angaben zur Tat oder den unbekannten Personen machen können, werden gebeten, sich bei der Bundespolizei zu melden. Hinweise nimmt die Bundespolizeiinspektion Berlin-Ostbahnhof unter der Rufnummer 030 / 2977790 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen. Zudem kann auch die kostenlose Servicenummer der Bundespolizei (0800 / 6 888 000) genutzt werden.

Durch den Vorfall war die Ringbahn S41/S42 zwischen Hermannstraße und Südkreuz für rund drei Stunden unterbrochen.

+++ Berlin-Podcast +++ Diese Woche bei „Molle und Korn“: Am 9. November 1989 fiel die Berliner Mauer, in der Folge gab es Begrüßungsgeld: Was kauften die Menschen davon? Außerdem: Berlin sucht einen Feiertag – und der Schienenersatzverkehr bei der S-Bahn

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