Prozesse

Sqeezer-Sänger in Berliner Hostel getötet: Lange Haftstrafen

Der Künstler starb Anfang Februar 2016 einen qualvollen Tod. Vor Gericht wurden die grausamen Details bekannt.

Musiker Jim Reeves

Musiker Jim Reeves

Foto: imago stock&people / imago/Ralf Müller

Berlin. Für den tödlichen Angriff auf den Musiker Jim Reeves in einem Hostel in Berlin-Charlottenburg sind zwei Männer zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden. 14 Jahre Gefängnis ergingen gegen einen 31-Jährigen. Für 13 Jahre soll ein 24-Jähriger ins Gefängnis. Die aus Polen stammenden Bauarbeiter hätten sich des Totschlags in einem besonders schweren Fall sowie des besonders schweren Missbrauchs einer widerstandsunfähigen Person schuldig gemacht, begründete das Landgericht am Dienstag. Die Angeklagten seien bei der fürchterlichen Tat erheblich alkoholisiert gewesen.

Der Sänger wurde brutal geschlagen

Der 47 Jahre alten Sänger, der in den 1990er Jahren mit seiner Band Sqeezer erfolgreich war, wurde im Februar 2016 in einem Sechs-Bett-Zimmer brutal geschlagen. Reeves habe den Angeklagten, die ein Zimmer mit ihm teilten, zuvor ein sexuelles Kontaktangebot gemacht, hieß es weiter im Urteil. Als der Musiker bereits bewusstlos war, hätten sie ihn "in einer degradierenden, homophobe Gefühle ausdrückenden Art mehrfach mit einem Stuhlbein gepfählt".

Die Staatsanwaltschaft hatte auf jeweils 14 Jahre und sechs Monate Haft unter anderem wegen Mordes plädiert. Der 24-Jährige hatte den tödlichen Angriff gestanden. Der 31-Jährige hatte sich für unschuldig erklärt. Gegen ihn verhängte das Gericht auch eine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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