Kreuzberg

Messerattacke auf Paar im Görlitzer Park

Das Paar soll von einer Gruppe bedrängt worden sein. Dem Mann wurde in den Rücken gestochen - sowie einer Person, die helfen wollte.

Foto: Pudwell

Berlin. Gewalttätige Auseinandersetzungen und schwere Straftaten sind im Görlitzer Park in Kreuzberg eher die Regel denn die Ausnahme. Einen neuen Höhepunkt in der anhaltenden Gewaltwelle gab es am frühen Sonnabendmorgen. Dabei wurden zwei junge Männer durch Messerattacken aus einer Personengruppe heraus schwer verletzt. Die Polizei geht von einem versuchten Tötungsdelikt aus, die 5. Mordkommission ermittelt.

„Wir stehen noch ganz am Anfang der Ermittlungen“, so begründete eine Polizeisprecherin die bislang nur sehr spärlichen Angaben der Behörde zu dem Geschehen in dem Kreuzberger Kriminalitätsbrennpunkt. Die bisherigen Ermittlungen ergaben, dass gegen 4.15 Uhr offenbar ein 23-jähriger Mann in Begleitung einer jungen Frau am Eingang zu der Parkanlage an der Falckensteinstraße mit einer achtköpfigen Gruppe in Streit geriet. Dabei zückten mehrere Angehörige der Gruppe Messer und stachen auf den 23-Jährigen ein. Ein 18-Jähriger, der das brutale Geschehen beobachtet hatte, wollte dem Angegriffenen zu Hilfe eilen. Er wurde ebenfalls niedergestochen.

Die Tätergruppe flüchtete nach der Attacke unerkannt in Richtung Oppelner Straße. Die beiden Schwerverletzten wurden mit Stichwunden im Rücken und den Beinen von alarmierten Rettungskräften und einem Notarzt vor Ort zunächst stabilisiert, dann in ein Krankenhaus eingeliefert und dort sofort notoperiert. Nach Polizeiangaben sind sie derzeit außer Lebensgefahr. „Die mit dem Fall befassten Kollegen hoffen, zumindest einen der Verletzten heute noch befragen zu können“, sagte die Polizeisprecherin am Sonnabendmittag. Über Hintergründe und Auslöser der Gewalttat hat die Polizei bislang noch keine konkreten Erkenntnisse. Ein Zusammenhang mit dem im Görlitzer Park florierenden Drogenhandel wird geprüft.

Drogenhandel in Kreuzberg seit Jahren ein Problem

Vor allem der Drogenhandel im großen Stil hat die Parkanlage bereits vor Jahren in die Schlagzeilen gebracht. Lange Zeit war die Polizei bemüht, den Handel mit ständiger Präsenz und regelmäßigen Kontrollen einzudämmen. Als unter Federführung des Bezirksamtes vor zwei Jahren ein Konzept zur Befriedung und Aufwertung des Görlitzer Parks ausgearbeitet wurde, spielte die Polizei darin nur noch eine untergeordnete Rolle. Stattdessen sollten Parkläufer in der Anlage aktiv werden. Zu deren Aufgaben gehört es dem Konzept zufolge auch, Dealer anzusprechen und zu weniger aggressivem Auftreten und mehr Rücksicht auf Familien mit Kindern zu animieren.

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