Tunnel-Einbruch

Mutmaßlicher „Tunnelräuber“ in Thailand gestorben

Die Fahndung per Phantombild hatte Erfolg: Ein Mann wurde identifiziert. Die Suche nach dem zweiten Unbekannten dauert an.

Diesen Verdächtigen suchen die Ermittler noch per Phantombild.

Diesen Verdächtigen suchen die Ermittler noch per Phantombild.

Foto: Polizei Berlin

Berlin. Vor etwas mehr als zwei Wochen hatte sich die Polizei mit einem neu angefertigten Phantombild an die Öffentlichkeit gewandt. Dieses zeigte einen vermeintlich weiteren Tatverdächtigen zum sogenannten Tunneleinbruch in eine Berliner Volksbank-Filiale in Steglitz. Jetzt konnte der mit dem Bild gesuchte Mann identifiziert werden. Nach Angaben der Polizei handelt es sich bei dem Mann um einen 2015 in Thailand verstorbenen 75-jährigen Rentner aus Steglitz. Ob der Verstorbene tatsächlich etwas mit dem „Tunneleinbruch“ im Jahr 2013 zu tun hatte, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Die Suche nach dem zweiten Unbekannten, der bereits seit der Tat mit einem Phantombild gesucht wird, dauert an.

Die Kriminalpolizei fragt: Wer kennt die auf dem Bild aus dem Jahr 2013 abgebildete Person? Wer kann Angaben zu der Identität und/oder zu dem Aufenthaltsort der Person machen? Hinweise nimmt ein Fachkommissariat des Landeskriminalamtes unter der Telefonnummer 4664-944 321 oder jede andere Dienststelle entgegen.

Belohnung in Höhe von 50.000 Euro

Wie die Berliner Volksbank auf Anfrage bestätigte, hat die vor Jahren von Bank und Versicherung ausgelobte Belohnung in Höhe von 50.000 Euro nach wie vor Bestand. Das Geld soll für den entscheidenden Hinweis gezahlt werden, der zur Ergreifung der Täter führt. „Wir unterstützen weiterhin vollumfänglich die Arbeit der Ermittlungsbehörden“, sagte eine Sprecherin der Bank.

Im Januar 2013 waren mehrere Einbrecher in die Bank eingedrungen und hatten dort zahlreiche Schließfächer aufgebrochen. Sie erbeuteten Bargeld, Münzen, Schmuck und Goldbarren. Der Wert der Beute wurde damals auf etwa zehn Millionen Euro beziffert. Doch es war nicht nur die Höhe der Beute, die die Tat so spektakulär machte. Es war die Ausdauer der Einbrecher.

Die Täter hatten über Monate hinweg von der Öffentlichkeit unbemerkt einen etwa 45 Meter langen Tunnel von einem angemieteten Tiefgaragenplatz bis in den Tresorraum der Bank an der Wrangelstraße gegraben. Die Ermittler gingen ungefähr 800 Hinweisen aus der Bevölkerung nach, sie wandten sich auch an „Aktenzeichen XY“. Doch bislang führte keine Spur zu den Tätern.

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