Tötungsdelikt

Junge mit Baumstumpf beworfen und tödlich verletzt

Am Sonntag starb ein Kind im Märkischen Viertel, als es von einem Baumstumpf getroffen wurden. Die Ermittler gehen von Vorsatz aus.

Im Märkischen Viertel ist am Sonntag ein Kind gestorben

Im Märkischen Viertel ist am Sonntag ein Kind gestorben

Foto: Paul Zinken/dpa

Berlin. Entsetzen in Reinickendorf: Ein achtjähriger Junge ist am Sonntag gegen 13.30 Uhr in der Tiefenseer Straße im Märkischen Viertel von einem Baumstumpf am Kopf getroffen worden. Rettungskräfte kämpften um das Leben des Kindes, doch der Junge erlag noch am Unfallort den schweren Kopfverletzungen.

Wie die Berliner Morgenpost am Montag erfuhr, gehen die Ermittler nunmehr davon aus, dass der Birkenstamm geworfen wurde. Es habe sich folglich um Vorsatz gehandelt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen eines Tötungsdelikts.

Wie Polizeisprecher Martin Halweg am Sonntagabend mitteilte, sei der Junge beim Spielen im Bereich der Hochhäuser gewesen, als er am Kopf getroffen wurde. Der Achtjährige soll mit dem Fahrrad unterwegs gewesen sein. Bis in die Abendstunden ermittelten Polizisten der Mordkommission, ob der Birkenstamm absichtlich aus einem der Fenster oder von einem Balkon geworfen wurde oder es sich um einen tragischen Unfall handelte.

Für die Ermittlungen wurde der Bereich großflächig abgesperrt. Da es sich um einen Tatort handelte, durften die Bewohner für einige Stunden weder ihre Wohnungen an der Tiefenseer Straße verlassen noch betreten. Zeugen im gesamten Haus wurden befragt, Spuren gesichert und der Baumstumpf untersucht.

Anwohner lagen sich weinend in den Armen

Während der Ermittlungen versammelten sich Kamerateams von Fernsehsendern vor der Absperrung. Viele Menschen aus den umliegenden Häusern kamen zusammen. Frauen und Kinder lagen sich in den Armen, weinten, versuchten sich gegenseitig zu beruhigen. Und warteten auf weitere Informationen der Polizei. Ein weißes Zelt war am Unfallort aufgestellt worden, ein Rettungswagen sowie mehrere Einsatzfahrzeuge der Polizei standen auf dem Parkplatz. Mehrere Polizisten sicherten den Bereich ab und sorgten dafür, dass niemand das Gelände betreten konnte.

„Ich habe durch einen Freund davon erfahren, dachte erst, es sei mein Bruder. Er spielt auch immer genau in diesem Bereich“, sagte ein sichtlich schockierter Anwohner. Er kenne den Jungen vom Sehen. „Ich habe gehört, dass der Baumstumpf aus dem fünften Stock gefallen sein soll“, berichtete der Mann. Ein anderer Anwohner eilte herbei, fragte aufgeregt mehrere Menschen, wer der Junge sei. Er dachte, es sei sein Sohn, was aber nicht der Fall war. „Es ist wie ein Dorf hier, wir kennen uns alle, sehen uns nahezu täglich. Es ist einfach nur schrecklich“, sagte der Anwohner.

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