Motorrad-Korso

Hells Angels demonstrieren in Berlin gegen Kuttenverbot

Mehrere 100 Rocker protestieren am Sonnabend in Berlin auf ihren schweren Maschinen gegen das Verbot ihrer Vereinsabzeichen.

Rocker in der Nähe des  S-Bahnhofs Frankfurter Allee

Rocker in der Nähe des S-Bahnhofs Frankfurter Allee

Foto: Ulrich Kraetzer

Berlin. Anhänger der Rocker-Gruppe „Hells Angels“ haben am Sonnabend mit einem Motorrad-Korso von Marzahn bis nach Mitte gegen das sogenannte „Kuttenverbot“ demonstriert. Mehrere hundert Rocker fuhren ab kurz nach 17 Uhr von einem Clubhaus der Hells Angels am Frankenholzer Weg in Biesdorf über Blumberger Damm, Frankfurter Allee und Karl-Liebknecht-Straße zum Brandenburger Tor zu einer Zwischenkundgebung. Der weitere Verlauf der Demonstration führte rund um die Siegessäule am Großen Stern in Tiergarten zurück nach Biesdorf.

Rocker-Gruppierungen wie die Hells Angels oder die Bandidos werden seit Jahren mit organisierter Kriminalität in Verbindung gebracht. Mitglieder der Hells Angels müssen sich zurzeit in Berlin vor Gericht verantworten, weil sie gemeinschaftlich einen Konkurrenten ermordet haben sollen. Die Behörden haben einzelne Abteilungen („Chapter“ oder „Charter“) bundesweit verboten. Seit März 2017 dürfen auch andere Chapter nicht mehr das Logo ihrer Rockergruppe verwenden.

Mit dem Motorradkorso protestierten die Rocker gegen das sogenannte „Kuttenverbot“. Fast alle waren mit schweren Maschinen der Marke Harley Davidson unterwegs, was mit einer erheblichen Geräuschentwicklung verbunden war. Viele der Rocker trugen demonstrativ Lederjacken. Offenbar aus Solidarität mit den Hells Angels waren darunter auch Anhänger von Clubs, die bisher nicht von Verboten betroffen waren, was an den Emblemen auf ihren Jacken sichtbar wurde.

Die Polizei sperrte die Streckenabschnitte, auf denen die Rocker unterwegs waren, kurzzeitig für den Verkehr ab. Viele Passanten, etwa an der Frankfurter Allee, verfolgten den Zug, einige hielten sich dabei die Ohren zu. Zwischenfälle gab es bis zum frühen Abend nach Aussage eines Polizeisprechers nicht.

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.