Charlottenburg

Unter Drogen stehender Porsche-Fahrer fährt Polizisten an

Der 38-Jährige wurde in der Tauentzienstraße gestoppt, weil er auf der Busspur fuhr. Daraufhin wurde er sofort aggressiv.

Blaulicht

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Foto: Rene Ruprecht / dpa

Berlin. Auf Berlins Straßen wird allen Maßnahmen der Polizei zum Trotz weiter gerast. In der Nacht zu Sonnabend lieferten sich zwei Männer in ihren hochgezüchteten Fahrzeugen ein wildes Rennen durch halb Tempelhof. Nur wenige Stunden zuvor wurde am Tauentzien ein höchst aggressiver und offenbar unter Drogeneinfluss stehender Porsche-Fahrer aus dem Verkehr gezogen, der nach vorangegangenen erheblichen Verkehrsgefährdungen am Ende sogar einen Polizisten anfuhr.

Am Platz der Luftbrücke bemerkte eine Polizeibeamtin außer Dienst kurz vor Mitternacht zwei vor einer roten Ampel wartende Fahrzeuge, einen BMW und einen Jaguar und deren Fahrer, die sich durch Zeichen offenbar zu einem Rennen verabredeten. Kaum war die Ampel auf Grün gesprungen, gaben beide Fahrer Vollgas und rasten über den Columbiadamm davon. Die Beamtin folgte den Rasern und beobachtete, wie sie immer wieder dicht auf vor ihnen fahrende Wagen auffuhren und dann slalomartig und ohne zu blinken links wie rechts überholten.

Die Fahrt ging mit Höchstgeschwindigkeit über den Tempelhofer Damm und die Friedrich-Karl-Straße bis zum Attilaplatz. Dort trennten sich die beiden Raser und die Polizistin, die inzwischen bereits ihre Kollegen alarmiert hatte, folgte dem Fahrer des Jaguar. An der Kaiser-Wilhelm-Straße konnte er schließlich gestoppt werden. Beamte des Abschnitts 44 beschlagnahmten den Jaguar und den Führerschein des 43-Jährigen, der sich jetzt wegen Teilnahme an einem verbotenen Kraftfahrzeugrennen verantworten muss. Die Fahndung nach dem BMW-Fahrer läuft.

Nur wenige Stunden zuvor am Freitagabend um 19 Uhr zogen Beamte an der Tauentzienstraße bei einer Verkehrskontrolle einen 38-jährigen Porsche-Fahrer aus dem Verkehr, der dort mit hoher Geschwindigkeit unterwegs war und dabei ungeniert über die Busspur gefahren war. Als die Beamten ihn stoppten, sei der Mann sofort aggressiv geworden, habe herumgebrüllt und immer wieder den Motor aufheulen lassen, sagte ein Polizeisprecher am Sonnabend.

Als sich ein Beamter vor das Fahrzeug stellte, um eine Flucht zu verhindern, fuhr der 38-Jährige kurzehand an. Der Polizist konnte zwar noch zur Seite springen, wurde aber vom rechten Außenspiegel des Porsche getroffen und verletzt. Der Porsche-Fahrer gab ungeachtes dessen Gas und fuhr davon, konnte allerdings kurz darauf an der Augsburger Straße gestellt werden. Ein Drogentest bei dem 38-Jährigen verlief positiv, bei der Durchsuchung des Porsche wurde zudem ein Teleskopschlagstock gefunden. Die Staatsanwaltschaft ordnete umgehend die Beschlagnahme des Fahrzeugs und des Führerscheins des 38-Jährigen an.

Die Berliner Polizei geht inzwischen äußerst entschlossen gegen Verkehrsrowdys vor. Vor allem die Beschlagnahme ihrer Fahrzeuge erweist sich dabei als wirksames Mittel. Auch ein neues Gesetz, das die Teilnahme an Autorennen unter Strafe stellt, ist eine hilfreiche Abschreckung.