Rettungseinsatz

Explosion in Zehlendorfer Bar - drei Schwerverletzte

Bei einer Explosion in einer Bar in Zehlendorf sind drei Menschen schwer verletzt worden. Bar-Mitarbeiter rettete wohl weitere Gäste.

Bei einer Explosion in einer Bar in Zehlendorf sind drei Menschen schwer verletzt worden

Bei einer Explosion in einer Bar in Zehlendorf sind drei Menschen schwer verletzt worden

Foto: Morris Pudwell / BM

Berlin. Bei einer heftigen Explosion in der Bar „Casablanca“ in Zehlendorf sind am Donnerstagmorgen gegen 5.50 Uhr drei Menschen schwer verletzt worden. Sie wurden nach Feuerwehrangaben zum Teil bewusstlos vor dem Gebäude gefunden, in dessen Erdgeschoss eine Gasflasche detonierte. Zu ihrem großen Glück hatten sie die Bar kurz zuvor verlassen.

Einer der Verletzten, ein 47-Jähriger, erlitt schwere Kopfverletzungen und musste mit einem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik geflogen werden, wo er sofort operiert wurde, teilte die Polizei am Nachmittag mit. Zwei weitere 20 und 21 Jahre alte Männer wurden mit Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht, wo sie ebenfalls sofort operiert werden mussten.

Polizei schließt eine Straftat aus

Nach ersten Informationen vom Ort des Geschehens wurde eine Propangasflasche durch die Feuerwehr gesichert. Die Polizei schloss im Verlauf des Vormittags eine vorsätzliche Straftat aus. Das Unglück sei „höchstwahrscheinlich“ auf den falschen Gebrauch einer Gasflasche zurückzuführen, sagte eine Sprecherin auf Anfrage. Ein Brandkommissariat des Landeskriminalamtes hat inzwischen Ermittlungen wegen fahrlässigen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion eingeleitet.

An dem dreistöckigen Haus am Teltower Damm Ecke Potsdamer Straße seien durch die Wucht der Detonation die Scheiben zerborsten, schilderte ein Feuerwehr-Sprecher. Die Identität der Opfer war noch unklar. In dem Gebäude selbst wurde nach ersten Angaben der Feuerwehr keine weiteren Menschen gefunden. Zunächst hatte es Berichte gegeben, wonach noch eine Person im Gebäude vermisst wurde, die erwiesen sich glücklicherweise als falsch.

Bar-Mitarbeiter schickt Gäste rechtzeitig nach draußen

Vor der Kneipe war ein kaputter Sonnenschirm zu sehen, Glassplitter lagen auf der Straße verteilt. Zahlreiche Anwohner wurden durch die Detonation aus dem Schlaf gerissen, konnten aber keine Details erkennen und bei Befragungen durch die Polizei somit auch keine verwertbaren Angaben zu dem Vorfall machen. Die oberen Stockwerke des Hauses und eine angrenzende Bankfiliale wurden durch die Detonation kaum beschädigt. Dennoch sollen Statiker in den nächsten Tagen überprüfen, ob möglicherweise doch Schäden an dem Gebäude entstanden sind.

Gegenüber den Medien berichtete ein Augenzeuge, der kurz vor der Explosion offenbar noch Gast in der Bar war, dass beim Wechseln der Gasflaschen aus einem der Behältnisse Gas ausgetreten sei. Ein Mitarbeiter habe die Flasche daraufhin wieder geschlossen und die wenigen noch anwesenden Gäste aufgefordert, die Bar zu verlassen. Ohne dies überlegte Handeln des Mannes wären vermutlich noch weitaus schlimmere Folgen zu beklagen gewesen, sagte ein Ermittler.

Der 38-jährige Mitarbeiter der Bar ist bereits vernommen worden, über den Inhalt der Vernehmung sagte die Polizei zunächst nichts. Die drei Verletzten, die weiterhin im Krankenhaus bleiben müssen, sollen sobald wie möglich befragt werden.

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