Einsatz

Durch die Nacht mit der Bundespolizei in Berlin

Die Bundespolizisten verfolgen auch Taschendiebe und Graffiti-Sprayer. Die Berliner Morgenpost war eine Nacht beim Einsatz dabei.

BM

Unterwegs mit der Bundespolizei

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Diebstahl, Jugendkriminalität und Sachbeschädigung. Wenn die Bundespolizei in Berlin unterwegs ist, begegnet den Beamten jede Art der Kriminalität. Die knapp 3700 Mitarbeiter der Bundespolizeidirektion Berlin-Brandenburg sorgen für Sicherheit an den Flughäfen, bei der Bahn und S-Bahn, sowie an der Grenze zum Nachbarland Polen. 2017 registrierten die Beamten insgesamt 18.300 Straftaten – allein in Zügen, Bahnen und Stationen.

Mitten im Direktionsgebiet liegt die Bundespolizeiinspektion Ostbahnhof. Die Dienststelle verbirgt sich hinter einer unscheinbaren Glastür in der Bahnhofsvorhalle. Die Beamten bekämpfen von dort aus die Kriminalität in den vier Revieren Potsdam Hauptbahnhof, Lichtenberg, Südkreuz und Brandenburg. Zu ihrem Einsatzgebiet gehören sieben Bezirke und fünf Brandenburger Landkreise mit insgesamt 830 Kilometern Bahnstrecke und 156 Bahnhöfen.

Im Großraum Berlin fahren täglich 3,5 Millionen Menschen mit Zug und Bahn. Ziel der Bundespolizei ist vor allem die Bekämpfung der Alltagskriminalität: also Rohheitsdelikte, Taschendiebstahl, Trickdiebstahl, Sachbeschädigungen und Buntmetalldiebstahl. Dafür setzten die Inspektionen auch Zivilpolizisten ein, die sich am Wochenende unter die Feiernden an der Warschauer Brücke mischen in S-Bahnen einen schlafenden Fahrgast spielen und so nach Taschendieben suchen.

Bevor es in die Einsätze geht, weist der Dienstgruppenleiter seine Kollegen in den bevorstehenden Abend ein. Die Berliner Morgenpost konnte drei Zivilstreifen eine Nacht lang begleiten. Die drei Beamten sollten sich hauptsächlich auf kriminelle Jugendliche, Taschendiebe und Graffitisprayer konzentrieren. Bis fünf Uhr morgens waren die Polizisten in zivil unterwegs – der Weg führte sie nach Friedrichshain, Schöneweide und Adlershof.

Auf der Suche nach Taschendieben ging es mit der S-Bahn einmal komplett um den Berliner Ring. In der S-Bahn fielen den Beamten sofort bekannte Taschendiebe auf, die sie schon mehrfach verhaftet haben.

Gerade die überfüllten Bahnen seien ein beliebtes Ziel für Diebe, sagen Zivilpolizisten. Wenn die Partygäste aus den Clubs kommen und alkoholisiert in der Bahn einschlafen, seien sie leichte Opfer. Die Taschendiebe sind hingegen als organisierte Banden unterwegs. Allein im vergangenen Jahr registrierte die Bundespolizei im S-Bahn- und Regionalbahnverkehr in Berlin und Brandenburg 7460 Strafanzeigen wegen Handgepäcks- und Taschendiebstählen.

Vor allem im Bereich um das Ostkreuz in Friedrichshain werden auch immer wieder Graffiti-Sprayer gesichtet. Vandalismus verursacht in Berlin Millionenschäden. Die Beamten durchkämmten mit Taschenlampen das Gleisbett. Wenig später rückten sie an die Warschauer Brücke aus, weil dort Drogendealer unterwegs sein sollen.

Von der Warschauer Brücke ging es dann zum-S-Bahnhof in Schöneweide. Dort belästigten alkoholisierte Jugendliche andere Fahrgäste und versuchten aus einer Bahn einen Feuerlöscher zu entfernen. Bei der Kontrolle der Minderjährigen fanden die Beamten dann illegale Pyrotechnik.

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