Brandenburg

Polnischer Staatsbürger irrtümlich für 34 Tage in Haft

Der Mann wurde laut Polizei „desorientiert in Hoppegarten festgestellt“. Vermeintlich lagen gegen ihn Haftbefehle vor. Ein Irrtum.

Die JVA Wriezen. Bei seiner Ankunft dort sei der Mann "in desorientiertem Zustand" gewesen, teilte die Polizei Brandenburg mit

Die JVA Wriezen. Bei seiner Ankunft dort sei der Mann "in desorientiertem Zustand" gewesen, teilte die Polizei Brandenburg mit

Foto: DPA

Ein polnischer Staatsbürger ist aufgrund einer Identitätsverwechslung fälschlicherweise in Brandenburg inhaftiert worden. Der 33-jährige saß 34 Tage irrtümlich hinter Gittern, wie die Brandenburger Polizei mitteilte. Anfang Juni sei er freigelassen worden. „Das Landeskriminalamt ermittelt wegen des Verdachts der Freiheitsberaubung“, heißt es weiter.

Der Mann sei am 2. Mai 2018 gegen 8 Uhr nach Hinweisen von Bürgern „desorientiert in Hoppegarten festgestellt worden“, so die Polizei. Der Mann habe keine Ausweispapiere bei sich gehabt und kein Deutsch gesprochen.

Die eintreffenden Beamten der Polizeiinspektion Märkisch-Oderland hätten dann die Identität anhand des genannten Namens und Geburtsdatums festgestellt.

„Nach Überprüfung der Daten stellten die Beamten fest, dass unter diesen Personalangaben zwei Haftbefehle existierten. Dass in Datensystemen vorliegende Lichtbild schien den Betroffenen darzustellen“, heißt es weiter. Daraufhin wurde der Mann festgenommen und noch am selben Tag der Justizvollzugsanstalt Wriezen zugeführt. Unter den übergebenen Unterlagen befand sich eine Identitätserklärung der Polizei.

Bei seiner Ankunft in der JVA Wriezen sei der Mann „in desorientiertem Zustand“ gewesen. Die Polizei habe auf Suizidgefahr hingewiesen. „Am 2. und 3. Mai 2018 wurde deshalb unter Einbeziehung eines Dolmetschers und weiterer Fachdienstmitarbeiter mehrfach mit ihm gesprochen. Hinweise auf eine andere Identität ergaben sich dabei nicht“, heißt es von der Polizei Brandenburg weiter.

„Diese Aussage wiederholte er in der Folgezeit mehrfach“

Am 7. Mai 2018 sei der Gefangene dann in die JVA Brandenburg verlegt worden. „Im Rahmen des dortigen Aufnahmeverfahrens teilte er am 14. Mai 2018 der zuständigen Mitarbeiterin mit, er sei nicht mit der in den Haftbefehlen genannten Person identisch und habe keine Straftaten begangen. Diese Aussage wiederholte er in der Folgezeit mehrfach“, so die Polizei.

Daraufhin habe die JVA Brandenburg in der 22. Kalenderwoche eine Identitätsüberprüfung durch die Polizeidirektion West veranlasst. Außerdem seien die Unterlagen überprüft worden. Dabei habe sich herausgestellt, dass der Inhaftierte sowohl bei der Polizei als auch in der JVA Brandenburg mit einem anderen Namen unterzeichnet hatte.

Darauf angesprochen, habe der Mann gesagt, dass dieser Name sein richtiger Nachname sei. Im Ergebnis dieser Überprüfung sei der JVA Brandenburg am 4. Juni 2018 mitgeteilt worden, dass es sich bei dem Mann nicht um die mit Haftbefehl gesuchte Person handele.

Die zuständigen Staatsanwaltschaften verfügten daraufhin die unverzügliche Freilassung des 33-jährigen Polen. Eine Anzeige zum Verdacht der Freiheitsberaubung wurde aufgenommen, die Ermittlungen dazu führt das LKA.

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