Jugendliche angegriffen

Männer fühlen sich durch Musik beleidigt und schlagen zu

Vier Jugendliche spielten am U-Bahnhof Zoo Musik an. Ein Männertrio fühlte sich angegriffen. Erst gab es Beleidigungen, dann Schläge.

Sicherheitspersonal am Bahnhof Zoo (Archivbild)

Sicherheitspersonal am Bahnhof Zoo (Archivbild)

Foto: Jörg Carstensen/dpa

Berlin.  Drei Männer sollen in der Nacht zu Sonntag am U-Bahnhof Zoologischer Garten drei 17-jährige und einen 16-jährigen Jugendlichen antisemitisch beleidigt und anschließend geschlagen haben.

Wie die Angegriffenen später gegenüber der Polizei angaben, sollen kurz nach 1 Uhr am U-Bahnhof über das Handy und einen tragbaren Lautsprecher das Lied "Tel Aviv" des amerikanisch-israelischen Sängers Omer Adam gehört haben, als sich drei arabische Männer näherten und erklärten, sich durch das Partylied beleidigt zu fühlen. Wie die Angegriffenen später bei der Polizei angaben, hätten sich die Männer im Alter von 18 bis 21 Jahren aufgrund ihrer arabischen Herkunft von der Musik gestört gefühlt.

Daraufhin hätten sie die Jugendlichen antisemitisch beleidigt und bedroht, dabei sollen auch die Worte "Scheiß Jude" gefallen sein. "Ihr tötet Kinder und führt Krieg gegen Palästina. Hätte ich ein Messer, hätte ich euch längst abgestochen", hieß es laut Polizei weiter. Unter den Angegriffenen waren zwei junge Männer deutsch-estnischer und deutsch-russischer Nationalität.

Auf dem Bahnsteig eskalierte die Situation und die Männer versuchten, einen der 17-Jährigen auf das Gleis zu schubsen. Als ihm einer seiner Freunde helfen wollte, drückten sie ihn an die Wand und schlugen ihm mehrmals ins Gesicht. Bei der Rangelei wurde außerdem einer der Jugendlichen geschubst und ihm wurde in den Bauch getreten. Das zeigen Bilder aus einer Überwachungskamera. Diese wertet die Polizei nun aus, da das Trio nach dem Angriff flüchtete, als es die Beamten kommen sah.

Die Angegriffenen erlitten leichte Verletzungen, die teils ambulant in einem Krankenhaus behandelt werden mussten. Nach dem Vorfall sagten sie bei der Polizei aus – Nun ermittelt der polizeiliche Staatsschutz wegen Bedrohung, gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung.

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