Kontrollen in Berlin

Nur eine von 33 Glücksspielstätten erfüllte die Vorgaben

Polizisten, Steuerfahnder und Finanzbeamte kontrollierten berlinweit Casinos und Spielhallen. Nur ein Betrieb wurde nicht beanstandet.

Junger Mann am Spielautomaten

Junger Mann am Spielautomaten

Foto: Britta Pedersen / dpa

Berlin. Bei groß angelegten Spielstättenkontrollen am Mittwoch in Berlin ist nur ein Betrieb nicht beanstandet worden, wie die Berliner Polizei am Donnerstag mitteilte. Etwa 60 Mitarbeiter hatten in den Ortsteilen Wilmersdorf, Neu-Hohenschönhausen, Hellersdorf, Marzahn, Gesundbrunnen, Neukölln, Britz, Rudow, Siemensstadt, Schöneberg, Köpenick und Rahnsdorf insgesamt 33 Spielstätten überprüft - 29 Café-Casinos, zwei Spielhallen und zwei Wettbüros.

In sechs Fällen stellen die Fahnder die strafbare Veranstaltung von Glücksspielen. Weitere Zuwiderhandlungen gegen die Spielverordnung und das Berliner Spielhallengesetz registrierten die Kontrollierenden 28 Mal. Nur in einem Betrieb gab es keine Beanstandungen.

In der Prinzenallee in Gesundbrunnen erhielten die Polizeibeamtinnen und -beamten einen Hinweis auf einen Spätkauf in derselben Straße. Bei der Überprüfung des Ladens stießen die Einsatzkräfte auf drei in einem Hinterraum versteckt aufgestellte Geldspielgeräte. Die Geräte wurden sichergestellt. Dem Aufsteller droht ein empfindliches Bußgeld.

Glücksspielmarkt auf Wachstumskurs

Am Britzer Damm mussten gleich sechs Café Casinos geschlossen werden, da die dicht beieinanderliegenden Betriebe nicht als selbständige Gaststätten, sondern als eine zusammenhängende Spielhalle zu bewerten waren. Die dort festgestellten Automaten wurden aus dem Verkehr gezogen. Insgesamt wurden heute 28 Spielautomaten sichergestellt beziehungsweise amtlich versiegelt.

Der deutsche Glücksspielmarkt ist auf Wachstumskurs. 2016 lagen die Bruttospielerträge bei knapp 13,4 Milliarden Euro - das sind Spieleinsätze abzüglich der an die Spieler ausgezahlten Gewinne. Der Anteil des staatlich regulierten Bereichs lag laut Jahresreport der Glücksspiel-Aufsichtsbehörden der Länder bei 81 Prozent, der Anteil des nicht-regulierten Bereichs - also des Schwarzmarkts - bei 19 Prozent. Allerdings verschieben sich die Gewichte: Während der regulierte Markt nur um 4 Prozent wuchs, legte der Schwarzmarkt um 13 Prozent zu. Laut einer Analyse des Handelsblatt Research Instituts hat die Branche fast 200 000 Beschäftigte. Ein Viertel der Deutschen hat schon einmal gezockt.

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