Findlinge

Noch keine Spur zur Mutter der drei ausgesetzten Babys

Die Polizei ermittelt weiter im Fall der Findlingsmutter von drei Neugeborenen. Sie ist zuversichtlich, die Frau zu finden.

Die drei Findlingskinder haben alle die gleiche Mutter - und vermutlich auch Vater (Archiv)

Die drei Findlingskinder haben alle die gleiche Mutter - und vermutlich auch Vater (Archiv)

Foto: imago stock&people / imago/Westend61

Berlin.  Es ist ein in Deutschland einmaliger Fall: Drei neugeborene Mädchen werden jeweils im Abstand von einem Jahr ausgesetzt. Sie haben alle die gleiche Mutter und vermutlich auch den gleichen Vater, wie DNA-Analysen der Berliner Polizei ergeben haben. Viel weiter ist die Kripo bisher aber nicht gekommen. Trotzdem zeigt sie sich optimistisch, die Mutter der drei Babys zu finden. "Ich bin zuversichtlich, wir bleiben dran", sagte Oberkommissar Schwarz vom Landeskriminalamt am Mittwoch. Die zuletzt eingegangenen Hinweise hätten aber keine konkreten Spuren gebracht.

Die Polizei hofft daher weiter, dass sich jemand meldet, der in den vergangenen Jahren im Berliner Norden Kontakt zu einer mehrfach schwangeren Frau hatte, die dann nie mit einem Kind gesehen wurde. Die neugeborenen Mädchen wurden am 2. September 2015 an einer Bushaltestelle in Berlin-Buch, am 6. August 2016 vor einem Einfamilienhaus in Berlin-Blankenburg und am 27. August 2017 vor einem Haus im brandenburgischen Panketal ausgesetzt.

Die drei Kinder leben inzwischen bei Pflegeeltern

Untersuchungen der DNA der Kinder und von Blutspuren unter anderem an einem Handtuch ergaben, dass die Babys die gleiche Mutter haben. Alle drei Neugeborenen wurden rechtzeitig gefunden und leben inzwischen bei Pflegeeltern. Die Kripo habe umfangreich im Umfeld der Fundorte ermittelt, sagte Schwarz, der zum LKA-Dezernat 12 gehört, zuständig für Misshandlung und Vernachlässigung von Schutzbefohlenen. Man habe Nachbarn und Ärzte befragt, es habe sich aber nichts ergeben.

Die DNA vom Blut der Mutter, gefunden an einem Handtuch beim zweiten Baby, lieferte weitere Ergebnisse. Allerdings dauerte es mehr als ein Jahr, bis die Ergebnisse vorlagen – auch wegen der Überlastung des LKA nach dem Terroranschlag auf dem Weihnachtsmarkt im Dezember 2016, so Schwarz. Als die DNA der Mutter von dem zweiten Babyfund schließlich im Herbst 2017 feststand, war bereits das dritte Kind ausgesetzt worden. Wieder gab es Blutspuren der Mutter. Nach deren Analyse stand dann fest, dass die drei Babys von der gleichen Frau geboren worden waren. Die Polizei will die Mutter nicht nur wegen des laufenden Strafverfahrens finden. Es gehe auch um die Zukunft der Mädchen, die derzeit ohne Wissen um ihre biologische Herkunft aufwachsen. "Psychisch wird das später mit Sicherheit eine Belastung für sie sein."

Das Aussetzen des ersten Babys wurde von einer Überwachungskamera am Krankenhaus Buch gefilmt. Es war aber schon dunkel, das Gesicht der Frau sei nicht zu erkennen, sagte Schwarz. In der damaligen Mitteilung schrieb die Polizei: "Die Frau ist 20 bis 30 Jahre alt, mittelgroß und schlank, hatte mindestens schulterlange, dunkle Haare und war mit einer dunklen Hose, einer dunklen, hüftlangen Jacke bekleidet."

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