Prenzlauer Berg

14 Autos brennen rund um den Kollwitzplatz

Rund um den Kollwitzplatz sind in der Nacht zu Montag 14 Autos in Flammen aufgegangen. Die Polizei nahm zwei Tatverdächtige fest.

Berlin. Unbekannte haben in Prenzlauer Berg Autos angezündet - insgesamt 14 Fahrzeuge brannten ab oder wurden schwer beschädigt. Der oder die Täter setzten in der Nacht zu Montag gegen 3 Uhr am Kollwitzplatz mehrere Wagen in Brand. Die Flammen breiteten sich aus, weitere Autos, die daneben parkten, fingen Feuer oder wurden durch die Hitze zerstört. Die Feuerwehr löschte die Brände. Polizeipräsidentin Barbara Slowik sprach von vier Tatorten in den Straßen direkt an dem Platz.

Ob die Täter aus der linksextremistischen Szene kommen oder unpolitische Randalierer oder Versicherungsbetrüger waren, ist noch unklar. Es gebe keine konkreten Hinweise auf eine politische Motivation, sagte Polizeisprecher Thomas Neuendorf. Ein solcher Zusammenhang werde aber auch nicht ausgeschlossen.

Tatverdächtige wieder freigelassen

Zwei Männer im Alter von 26 Jahren, die in der Nacht festgenommen worden waren, ließ die Polizei am Montagvormittag wieder frei. Gegen sie gebe es keinen dringenden Tatverdacht mehr, so die Polizei.

Zunächst hatte der für politisch motivierte Taten zuständige Staatsschutz der Kriminalpolizei ermittelt. Im Laufe des Tages übernahm ein normales Brandkommissariat. In Berlin verüben besonders Linksautonome immer wieder Brandanschläge auf Autos.

Linksautonome hatten für das Wochenende „Diskussions- und Chaostage“ sowie unangemeldete Demonstrationen angekündigt. Dabei ging es auch um den erneuten Prozess um besetzte Räume in einem Haus in der Rigaer Straße in Friedrichshain, das von Unterstützern der linksextremen Szene bewohnt wird. Am Montag entschied das Berliner Landgericht, dass die Kneipe "Kadterschmiede" bleiben darf. Das Gericht erklärte einen Einspruch der Eigentümer für unzulässig.

Betroffener: "Für mich ist das hirnloser Vandalismus"

Anwohner am Kollwitzplatz reagierten sauer bis empört. „Unser Auto ist verbrannt. Es ist sinnlos, wenn das eine politisch motivierte Tat ist, dann ist mir die Politik im Hintergrund nicht klar“, sagte ein Mittdreißiger am Montag. „Das ist kein politisches Mittel, das zerstört das Eigentum von Leuten, die alle normal arbeiten. Das ist nichts politisch Motiviertes, für mich ist das hirnloser Vandalismus.“

Eine Ladenbesitzerin meinte: „Ich bin alte Kreuzbergerin und hier oben merkt man einfach, dass hier eine gesteigerte Aggressivität ist. Ich finde es einfach desaströs, weil man sich nicht an Eigentum von fremden Leuten vergreift. Aber explizit als Ladeninhaberin fühle ich mich nicht berührt, sondern einfach zwischenmenschlich. Weil ich finde, das ist 'ne Sauerei.“

Seit vielen Jahren verüben Linksautonome in Berlin immer wieder Brandanschläge auf Autos, Kabel der Bahn oder Stromkabel. Der Stadtteil Prenzlauer Berg und der Kollwitzplatz liegen im früheren Ostteil Berlins und waren vor dem Mauerfall und auch einige Jahre danach eine beliebte Wohngegend der alternativen Szene. Nachdem fast alle Altbauten saniert wurden, gilt der Kiez inzwischen als eine der beliebtesten und teuersten Wohngegenden der Berliner Innenstadt.

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