Wilmersdorf

Unbekannter Jogger im Koma: DNA-Probe soll Identität klären

Der 60- bis 70-Jährige war Mitte März im Volkspark Wilmersdorf zusammengebrochen. Jetzt soll eine DNA-Probe entnommen werden.

Wer kennt diesen Unbekannten? Er brach am 13. März 2018 beim Joggen im Volkspark Wilmersdorf zusammen und liegt seitdem im Koma

Wer kennt diesen Unbekannten? Er brach am 13. März 2018 beim Joggen im Volkspark Wilmersdorf zusammen und liegt seitdem im Koma

Foto: Polizei Berlin

Berlin. Es ist etwa vier Wochen her, dass ein Mann im Volkspark Wilmersdorf zusammenbricht und schwer stürzt. So schwer, dass er noch immer im Koma liegt. Und noch immer wissen Polizisten und Ärzte nicht, wer der Mann ist.

Ein Fall wie dieser sei selten, sagt Polizeisprecherin Patrizia Brämer. Ähnliche Fälle habe es gegeben: Menschen, die auf der Straße umkippen, ins Koma fallen oder an Amnesie leiden. Eine Statistik über die sogenannten hilflosen Unbekannten existiere aber nicht.

Im Fall des unbekannten Joggers setzen die Polizisten laut Brämer nun auf eine DNA-Probe. So könne der Fall mit Vermisstenanzeigen aus anderen Städten abgeglichen werden. Das führe aber nur zum Erfolg, wenn Verwandte oder Freunde ebenfalls eine Haar- oder Speichelprobe des Vermissten bei der Polizei abgegeben haben.

Hinweise aus der Bevölkerung reichen nicht aus

Die DNA zu überprüfen, sei der letzte Schritt, wenn alle anderen Ermittlungen erfolglos geblieben sind. „Es hätte eigentlich ganz schnell gehen können“, sagt Brämer. „Wenn die Fingerabdrücke des Mannes bekannt wären.“ Um die Identität von Menschen zu klären, würden zunächst die Fingerabdrücke mit allen Polizei-Datenbanken im Schengenraum abgeglichen. Doch wer nie unter dem Verdacht stand, eine Straftat begangen zu haben, ist nicht erfasst.

Man habe zudem alle Vermisstenanzeigen aus der Stadt überprüft, sagt Brämer, und schließlich ein Foto von dem bewusstlosen Mann in seinem Krankenhausbett gemacht und eine öffentliche Fahndung herausgegeben. Doch die Hinweise aus der Bevölkerung reichten nicht aus, um den Unbekannten zu identifizieren.

Die Polizei schätzt, dass der Unbekannte zwischen 60 und 70 Jahre alt ist und zum Joggen im Park war. Er trug am 13. März eine orangefarbene Joggingjacke, Sporthose, Laufschuhe. Papiere hatte er nicht bei sich, nur zwei lose Schlüssel – vermutlich für Haus- und Wohnungstür. Kein Autoschlüssel, kein Bahnticket. „Das deutet darauf hin, dass der Mann in der Nähe wohnt“, sagt Brämer. Doch ob der Mann dauerhaft in Berlin lebt, gar Familie hier hat, sei nicht klar. Die Schlüssel des Unbekannten deuteten jedoch darauf hin, dass er nicht in einem Hotel untergekommen war. Und für einen Obdachlosen sei er zu gepflegt.

Hinweise nimmt die Vermisstenstelle unter Tel. 030 4664 912444 oder per E-Mail an vermisstenstelle@polizei.berlin.de entgegen.