Cottbus

Auto rast in Fußgängergruppe - Fahrer stellt sich

Ein Mann fuhr Freitagabend in Cottbus in eine Menschengruppe und verletzte zwei Personen. Zuvor soll er rechte Parolen gegrölt haben.

Ein Autofahrer ist in Cottbus in eine Fußgängergruppe gefahren (Archiv)

Ein Autofahrer ist in Cottbus in eine Fußgängergruppe gefahren (Archiv)

Foto: Carsten Rehder / dpa

Cottbus.  Unfall oder Tötungsversuch? Diese Frage beschäftigt derzeit die Polizei in Cottbus, nachdem dort der Fahrer eines Geländewagens in eine zehnköpfige Fußgängergruppe gefahren ist. Der Fahrer flüchtete noch vor dem Eintreffen der Polizei, im Verdacht steht ein 25-Jähriger, der bereits vorher auffällig geworden sein soll.

Bei dem Vorfall am Freitagabend im Cottbusser Ortsteil Sandow wurden zwei Menschen verletzt. Ein 31-Jähriger musste mit schweren Verletzungen von Rettungskräften zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus eingeliefert werden, Lebensgefahr besteht nach Angaben der Polizei nicht. Ein 21-Jähriger zog sich leichte Verletzungen zu, lehnte eine Behandlung vor Ort allerdings ab und kündigte an, sich selbst in ärztliche Behandlung begeben zu wollen. Beide Verletzte sind wie auch der Fahrer Deutsche.

Der Autofahrer soll zuvor rechte Parolen gegrölt haben

Zeugen des Geschehens berichteten, der schwere Geländewagen der Marke Cherokee sei gegen 22 Uhr an der Sanzebergstraße in der Nähe eines Supermarktes ungebremst in die Fußgängergruppe hineingefahren. Versuche, den Mann bis zum Eintreffen der alarmierten Polizei festzuhalten, seien jedoch gescheitert. Anhand des Kennzeichens konnte allerdings schnell der Halter ermittelt werden – und der ist für die Polizei in Cottbus kein Unbekannter.

Der 25-Jährige war nach Polizeiangaben bereits am späten Freitagnachmittag an der Puschkinallee im Zentrum der Lausitz-Stadt auffällig geworden. Dort soll er mehrfach rechte Parolen gegrölt und einschreitende Polizisten beschimpft und beleidigt haben. Ein Alkoholtest ergab bei dem Mann einen Wert von 1,17 Promille.

Weitere Ermittlungen ergaben schließlich, dass es vor dem Vorfall eine Schlägerei gab, an der neben dem flüchtigen Autofahrer auch Personen aus der betroffenen Fußgängergruppe beteiligt gewesen sein sollen. Ob es sich bei der ungebremsten Fahrt in die Gruppe hinein um einen Racheakt handelte, ist jetzt Gegenstand der Ermittlungen. Nach dem Verdächtigen fahndete die Polizei, ehe er sich am Samstagnachmittag selbst bei der Polizei gemeldet hat.

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