Berlin-Friedrichshain

Polizeieinsatz an der Rigaer Straße - Haftbefehle ausgeführt

In Berlin-Friedrichshain hat ein Großeinsatz der Polizei stattgefunden. An der Rigaer Straße wurden zwei gesuchte Männer verhaftet.

Berlin. In Berlin-Friedrichshain hat Donnerstagmorgen ein großangelegter Polizeieinsatz stattgefunden. Gegen 9 Uhr brachen Beamte die Tür eines Wohnhauses an der Rigaer Straße 94 auf und drangen in das Gebäude ein, Straßen wurden abgesperrt. Zuvor hatten die Beamten gegen 8.30 Uhr im nahen Umfeld einen 41-Jährigen festgenommen, der mit Haftbefehl gesucht wurde. Ihm wird gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

Der Tatverdächtige soll am 11. März vor einer Bäckerei einen 54-Jährigen zusammengeschlagen und wenige Tage später auch einen Polizisten angegriffen haben, sagte eine Polizeisprecherin. Bei der Attacke wurde der Mann so schwer verletzt, dass er mit mehreren Knochenbrüchen in eine Klinik gebracht werden musste. Zuvor soll es um den Hund des jetzt Festgenommenen gegangen sein. Nach Morgenpost-Informationen soll der 41-Jährige bereits mehrere Straftaten begangen haben und der linken Szene angehören.

Die Polizei durchsuchte die Wohnung des 41-Jährigen und sicherte Beweise. In dem Gebäude wurde ein zweiter Tatverdächtiger festgenommen, gegen den ebenfalls ein Haftbefehl vorlag. Die Beamten hatten den Mann zufällig in dem Haus angetroffen. Ein Anwohner wurde von der Polizei kurzzeitig in Gewahrsam genommen, weil er die Polizeikräfte anpöbelte und seine Personalien nicht zeigen wollte.

Wie Polizeisprecher Thomas Neuendorf sagte, handelte es sich bei dem Einsatz um keine Räumung. Rund 350 Beamten waren im Einsatz, der weitgehend friedlich ablief. Verletzt wurde dabei niemand. Auch ein Hubschrauber kreiste über dem abgesperrten Gebiet. Während des gesamten Einsatzes wurden Polizisten und Reporter von vermummten und schwarz gekleideten Personen aus den offenen Fenstern in den oberen Stockwerken gefilmt.

Update 14.41 Uhr: Wie Polizei und Generalstaatsanwaltschaft am Nachmittag mitteilten, soll der Mann am 15. März gegen 21 Uhr einen Polizisten aus wenigen Metern Entfernung mit einem Reizstoffsprühgerät besprüht und verletzt haben.

Polizei zeigt im Kiez verstärkt Präsenz

Immer wieder kam es an der Rigaer Straße zu Gewalttaten durch Linksautonome. Auch von Dächern der früher besetzten Häuser wurden Steine auf Polizisten geworfen. In der Nacht zu Mittwoch war erneut ein Polizeiauto angegriffen worden. Anwohner der Rigaer Straße berichteten, dass die Polizei seit etwa zwei Wochen verstärkt im Kiez unterwegs sei. „Wir werden ohne Anlass kontrolliert. Auch Besucher werden einfach so kontrolliert“, sagte ein Bewohner auf Nachfrage.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) lobte den „reibungslosen und sehr professionellen Einsatz unserer Kollegen in einem nicht ganz einfachen Gebiet“. Die Maßnahmen seien ein wichtiges Zeichen gewesen. „Es kann nicht sein, dass friedliche Anwohner durch Kriminelle unter Druck gesetzt werden, wenn sie Straftaten an die Polizei melden“, sagte Gewerkschaftssprecher Benjamin Jendro.

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