Verdachtsfall

Ermittlungen gegen Chef der Jugendfeuerwehr wegen Missbrauch

Der 59-Jährige war am Wochenende von seinem Posten zurückgetreten. Nun haben Polizei und Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufgenommen.

Ein Berliner Feuerwehrmann im Einsatz (Archivbild)

Ein Berliner Feuerwehrmann im Einsatz (Archivbild)

Foto: pa

Berlin. Das Berliner Landeskriminalamt (LKA) und die Staatsanwaltschaft ermitteln gegen den zurückgetretenen Leiter der Berliner Jugendfeuerwehr. Wie die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilte, geht es bei den Ermittlungen um den Verdacht des sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen.

"Konkret geht es derzeit um einen Verdachtsfall, dem die Ermittler nachgehen", heißt es in der Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft.

Der 59 Jahre alte Reinhard W. war am Wochenende von seinem Amt zurückgetreten. Nach Informationen der Berliner Morgenpost hatte W. selber die Behördenleitung über die Anschuldigungen informiert. Eine Anzeige wurde von Amts wegen erstattet.

In der Mitteilung der Feuerwehr wird auf die Rücktrittsgründe nicht im Detail eingegangen. Die Behörde nehme die Vorwürfe allerdings sehr ernst und prüfe weitere Schritte, hieß es. Da W. auch hauptberuflich bei der Berliner Feuerwehr tätig sei, sei ein Verbot der Dienstausübung veranlasst worden. Polizei und Staatsanwaltschaft äußerten sich zunächst nicht.

Feuerwehrmann bekam Bundesverdienstkreuz

Der langjährige Feuerwehrmann habe das Bundesverdienstkreuz bekommen, teilte die Feuerwehr mit. Es war ihm 2003 für die Jugendarbeit bei der Feuerwehr und die Aufklärung zum Brandschutz verliehen worden. Nach dpa-Informationen war er auch in Schulen und Kitas unterwegs, um über die Vermeidung von Bränden zu informieren. Das Ehrenamt soll er Jahrzehnte ausgeübt haben.

Laut Feuerwehr wird die Direktion Süd in Abstimmung mit der Behördenleitung Schritte einleiten - wie die „Unterstützung und Betreuung“ von Betroffenen der Freiwilligen Feuerwehr und der Jugendfeuerwehr durch Experten.

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