Rettungseinsätze

Mehrere Angriffe auf Sanitäter und Polizisten in Berlin

Bei mehreren Vorfällen wurden am Sonntag Sanitäter und Polizisten attackiert. Einen Messerangriff stoppte ein Beamter mit einem Schuss.

Wie Berliner Rettungskräfte im Einsatz behindert werden

Die Übergriffe auf Berliner Rettungskräfte nehmen zu. Viele Pöbeleien werden aber gar nicht erst aufgenommen.

Wie Berliner Rettungskräfte im Einsatz behindert werden

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Berlin. Sanitäter und Polizisten sind seit Sonntagnachmittag in mehreren Situationen angegriffen und zum Teil verletzt worden. Bei einem Vorfall in Moabit hat eine Frau am späten Sonntagabend Rettungskräfte und Polizisten mit einem Messer angegriffen, teilte die Polizei am Montagmittag mit. Demnach attackierte die Frau zunächst gegen Mitternacht in der Stephanstraße die Besatzung eines Rettungswagens. Als die Frau auch kurz darauf eintreffende Polizisten mit dem Messer angriff, schoss ihr ein Beamter in den Oberschenkel.

Die Frau kam zur stationären Behandlung ins Krankenhaus. Lebensgefahr besteht nicht, teilte die Polizei mit. Sowohl die Identität der Frau als auch Tathintergrund und genauer Ablauf sind noch unklar. Da ein Polizist bei dem Vorfall seine Schusswaffe einsetzte, ermittelt in dieser Sache die Mordkommission.

Zuvor waren am Sonntagabend Sanitäter bei einem Einsatz in Reinickendorf angegriffen worden. Zwei 34 und 47 Jahre alte Sanitäter wurden gegen 20.45 Uhr zu einer verletzten Frau in eine Wohnung in der Oranienburger Straße gerufen, da die 32-Jährige über Rückenschmerzen geklagt hatte.

Ausnahmezustand Rettungsdienst

Die Sanitäter der Berliner Feuerwehr sind komplett überlastet - auch weil sie zu oft bei Kleinigkeiten ausrücken müssen.
Ausnahmezustand Rettungsdienst

Betrunkene greifen Sanitäter und Polizisten an

Doch plötzlich griffen während der Behandlung zwei in der Wohnung anwesende Männer den jüngeren Helfer an. Sie stießen den 34-Jährigen mehrmals mit Wucht gegen eine Wand und verdrehten ihm eine Hand. Sein Kollege konnte einem Stoß noch ausweichen. Anschließend gelang es den Sanitätern, die Wohnung zu verlassen und die Polizei zu alarmieren.

Polizisten nahmen kurz darauf die beiden Tatverdächtigen im Alter von 55 und 60 Jahren vorläufig fest. Atemalkoholkontrollen bei beiden ergaben einen Wert von rund 1,4 Promille. Als die beiden Festgenommenen zur Blutentnahmen in eine Gefangenensammelstelle gebracht werden sollten, griffen sie die Beamten an, schlugen sie und traten um sich. Zudem beschimpften sie die Einsatzkräfte, ehe die Polizei sie aus der Wohnung bringen konnte.

Der angegriffene Sanitäter erlitt Armverletzungen sowie Verletzungen am Oberkörper. Er wurde ambulant behandelt und musste seinen Dienst beenden. Sein Kollege sowie die Polizeibeamte blieben unverletzt. Um die 32-jährige Frau hatte sich zwischenzeitlich die Besatzung eines Rettungswagens der Berliner Feuerwehr gekümmert.

14 Polizisten bei Kurdendemo verletzt

Bereits am Sonntagnachmittag wurden Polizisten bei einer Demonstration von Kurden in Mitte angegriffen. Dabei erlitten 14 Verletzungen. Den Dienst konnten sie jedoch fortsetzen. Insgesamt wurden zehn Teilnehmer der Demonstration festgenommen.

"Es muss wieder einen Montagmorgen geben, an dem wir nicht über sinnlose Gewaltexzesse sprechen müssen, bei denen unsere Kolleginnen und Kollegen angegriffen und verletzt wurden", teilte die Gewerkschaft der Polizei (GdP) mit. Das Wochenende habe wieder einmal gezeigt, dass jenen, die in Deutschland Grundrechte schützten, eben diese Grundrechte abgesprochen würden.

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