Tourismusmesse

Polizeieinsatz auf der ITB: Wachleute bepöbeln Israel-Stand

Die Polizei musste Donnerstag zum Schutz des Israel-Standes auf der ITB ausrücken. Drei Sicherheitsleute wurden festgenommen.

Israel-Stand auf der ITB

Israel-Stand auf der ITB

Foto: Reto Klar

Berlin. Auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin ist die Polizei am Donnerstag zum Schutz des Israel-Standes vor antiisraelisch eingestellten, pöbelnden Mitarbeitern einer Sicherheitsfirma ausgerückt. Das bestätigte am Freitagmorgen eine Polizeisprecherin.

Drei Männer einer bei der Messe eingesetzten Wachfirma zogen demnach gegen 14.30 Uhr lautstark zum Israel-Stand und riefen „Free Palestine“ (Freiheit für Palästina). Dabei trugen sie sogenannte "Palästinensertücher". In der Folge habe sich ein Wortgefecht zwischen ihnen und Mitarbeitern des israelischen Tourismusministeriums entwickelt.

Zum Schutz vor weiteren Übergriffen sei die Polizei alarmiert worden. Die Beamten stellten die Identität der Männer fest und verwiesen sie des Hauses. Die Männer haben die deutsche Staatsangehörigkeit, nach Angaben der Messegesellschaft aber einen arabischen Hintergrund.

Eine Sprecherin der israelische Botschaft sagte der Berliner Morgenpost, dass die Männer mehrmals Parolen skandierend zum Stand gekommen seien. Nachdem die Polizei sie das erste Mal vom Stand entfernt habe, seien die drei Männer ein weiteres Mal brüllend zum Stand marschiert, ehe die Polizei sie der Halle verwies.

Sicherheitsleute bekommen Haus- und Beschäftigungsverbot

Die Messe Berlin habe noch am Donnerstag auf die Vorfälle reagiert, sagte Emanuel Höger, Sprecher der Messe Berlin, am Freitag. Gegen die drei Mitarbeiter der Sicherheitsfirma sei sowohl ein Hausverbot als auch ein Beschäftigungsverbot ausgesprochen worden, zudem habe sich der Chef des Sicherheitsdienstes umgehend bei den Israelis entschuldigt, sagte Höger weiter.

Kritik gab es im Netz an einem Tweet des Berliner Landesbezirks der Gewerkschaft der Polizei. Diese sprach bei den Tätern auf Twitter von "politisch aufgewühlten Männern".

Die israelische Botschaft hingegen sprach auf Twitter von einem antisemitischen Vorfall: "Müssen wir wirklich erklären, was das Hauptproblem ist? #Antisemitismus". "Die Aktion richtete sich gegen die Existenz des Staates Israel“, sagte die Botschaftssprecherin Adi Farjon der Berliner Morgenpost. Dabei zeige sich ein klarer Doppelstandard. Solche Proteste gebe es auf der ITB ihres Wissens nicht gegen andere Länder. "Wenn auf diese Weise gegen Israel protestiert wird, geht es also nicht um die Politik, sondern es geht generell gegen Israel und seine Bürger.“

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