SEK-Einsatz in Spandau

Sohn sticht auf Eltern ein - Mutter verletzt, Vater tot

In Spandau hat sich ein Familiendrama ereignet. Die Polizei nahm einen Mann fest, der auf seine Eltern eingestochen hatte.

Berlin. Ein offenbar schon seit Längerem schwelender Familienstreit hat in der Nacht zu Mittwoch ein tödliches Ende genommen. Als Kräfte eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) 20 Minuten vor Mitternacht eine Wohnung am Blasewitzer Ring im Spandauer Ortsteil Wilhelmstadt stürmten, stießen sie auf den 55-jährigen Mieter und seine zehn Jahre jüngere Ehefrau, beide lagen schwer verletzt am Boden. Der Mann erlag trotz aller Bemühungen eines alarmierten Notarztes noch in der Wohnung seinen Verletzungen, die Frau wurde nach einer Sofortbehandlung vor Ort von den Rettungskräften in ein Krankenhaus eingeliefert.

In der Wohnung befand sich zudem der 24-jährige Sohn des Ehepaares. Er steht in dem dringenden Verdacht, seinen Vater getötet und seine Mutter lebensgefährlich verletzt zu haben und wurde festgenommen. Nach Informationen der Berliner Morgenpost aus dem Wohnumfeld der Familie soll der 24-Jährige im Zuge eines längeren, lautstark geführten Streits mit einem Messer auf seine Eltern eingestochen haben. Die Polizei bestätigte dies zunächst nicht, sie sprach am Mittwoch von einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen dem Sohn und seinen Eltern. Die 3. Mordkommission hat die Ermittlungen übernommen.

Auch über Auslöser und Verlauf des Einsatzes am Blasewitzer Ring machte die Polizei zunächst keine konkreten Angaben. Anwohnern zufolge soll ein Nachbar die Beamten wegen des Lärms aus der Wohnung der Familie alarmiert haben. Warum das SEK dazu geholt wurde, darüber gibt es zwei Versionen. Die zuerst eintreffenden Beamten hätten die Kollegen vorsorglich nachalarmiert, lautete eine. Der 24-Jährige sei in der Vergangenheit bereits als gewalttätig und unberechenbar aufgefallen, eine andere. Unter den Nachbarn gab es offenbar ohnehin viel über die betroffene Familie zu berichten, die Ermittler müssen jetzt prüfen, was haltlose Gerüchte sind und was möglicherweise konkret verwertbar ist.

Am Mittwochnachmittag war noch nicht klar, ob die Staatsanwaltschaft den Festgenommenen einem Ermittlungsrichter zum Erlass eines Haftbefehls vorführt oder eine Unterbringung aufgrund einer psychischen Erkrankung des Mannes beantragt. Ergeht Haftbefehl, folgt die Überstellung des Festgenommenen in eine Untersuchungshaftanstalt. Bei einer Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus steht zunächst eine ärztliche Untersuchung an, die klären soll, ob der 24-Jährige als vermindert schuldfähig oder gar schuldunfähig anzusehen ist.

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