Berliner Ring

Umgestürzter Lkw auf der A10 - Gaffer behindern Einsatz

Ein Lkw war umgestürzt um und blockierte die A10. Inder Folge ereigneten sich zwei weiter Unfälle. Gaffer behinderten die Retter.

Der Lkw kippte auf die Seite und blockierte die Fahrbahn

Der Lkw kippte auf die Seite und blockierte die Fahrbahn

Foto: Diday Media

Havelland/Berlin. Ein umgekippter Sattelzug hat am Wochenende zu einer Sperrung der Autobahn 10 am nördlichen Berliner Ring und zu kilometerlangen Rückstaus geführt. Der Lastwagen mit 20 Tonnen Prospekten und Drucksachen war am Sonnabendmorgen in der Nähe von Kremmen verunglückt. „Der Lkw lag quer zur Fahrbahn in Richtung Prenzlau. Der 34 jahre alte Fahrer wurde schwer verletzt“, sagte ein Sprecher der Autobahnpolizei.

In der Folge ereigneten sich zwei weitere Unfälle durch umherfliegende Metallteile und durch Rückstau. Dabei wurden zwei weitere Menschen schwer verletzt. Der Streckenabschnitt bei Kremmen musste in beiden Richtungen gesperrt werden. Der Gesamtschaden beträgt demnach 100.000 Euro.

Der Sattelzug kam Sonnabendmorgen auf der A10 in Richtung Prenzlau aus unbekannter Ursache nach rechts von der Fahrbahn ab. Dabei streifte er einen Böschungsgraben. „Als der Fahrer versuchte gegenzusteuern fuhr der Lastwagen in einer Baustelle auf eine provisorisch aufgestellte Betonschutzmauer auf.“ Der Lkw kippte dabei um, prallte frontal gegen die Mittelplanke der Autobahn und blieb quer zur Fahrbahn liegen.

A10 bis Samstagabend gesperrt

Der schwer verletzte Fahrer wurde in einer Klinik in Neuruppin versorgt. Umherfliegende Trümmerteile haben auf der Gegenfahrbahn ein Auto getroffen und beschädigt. Die A10 musste für die Bergung und Aufräumarbeiten bis Samstagabend zwischen dem Autobahndreieck Havelland und der Anschlussstelle Oberkrämer gesperrt werden.

Es bildeten sich Rückstaus mit zum Teil über zehn Kilometern Länge. „Die Autos aus Richtung Hamburg stauten sich bis hinter die Raststätte Linumer Bruch an der A24“, erklärte der Sprecher. Der Verkehr aus Richtung Potsdam wurde bereits ab Falkensee über Landstraßen umgeleitet.

Im Rückstau vor der Falkenseer Anschlussstelle erkannte ein Lastwagenfahrer das Stauende nicht rechtzeitig. Es kam zum Zusammenstoß mit vier Fahrzeugen. Ein Kleinkind und seine Mutter aus dem Vogtland wurden schwer verletzt. Sie kamen per Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus. Zwei Frauen und zwei Kinder aus weiteren Wagen sowie der Lkw-Fahrer erlitten leichte Verletzungen.

Gaffer behindern Rettungseinsatz

Ein besonderes Problem für die Rettungskräfte waren nach Polizeiangaben zahlreiche „Gaffer“ im Rückstau. Feuerwehrleute seien beleidigt worden. Die Freiwillige Feuerwehr Kremmen reagierte auf die Gaffer mit einem eigenen Banner: „Nicht gaffen, Mitglied werden!“. Ein Autofahrer erhielt eine Anzeige wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Er parkte seinen Wagen auf der Autobahn und stieg über die Mittelplanke, um das Unfallgeschehen zu fotografieren.

Die Bergungsarbeiten bei Kremmen seien sehr schwierig gewesen. „Der verunglückte Sattelzug war nicht mehr fahrfähig. Er musste von einem Abschleppunternehmen auf einen großen Transporter aufgeladen werden“, erklärte die Autobahnpolizei. Am Samstagabend gegen 22 Uhr konnte die Autobahn wieder vollständig für den Verkehr freigegeben werden.

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