Offenbar ausgerutscht

Mann stirbt in Fontane Therme in Neuruppin

Der 64-Jährige aus Nordrhein-Westfalen rutschte offenbar aus, verletzte sich dabei am Kopf und fiel ins Wasser.

Die schwimmende Seesauna in der Fontane Therme in Neuruppin

Die schwimmende Seesauna in der Fontane Therme in Neuruppin

Foto: dpa Picture-Alliance / Patrick Pleul / picture alliance / ZB

Neuruppin. Bei einem tragischen Unglücksfall ist ein 64 Jahre alter Mann in einer Therme in Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin) ums Leben gekommen. Der Mann sei Dienstagabend um 19.50 Uhr mit Kopfverletzungen leblos im Außenbecken der Therme aufgefunden worden, sagte die Sprecherin der Polizeidirektion Nord, Dörte Röhrs.

Der alarmierte Notarzt habe nur noch den Tod feststellen können. Nach ersten Ermittlungen ist der Mann offenbar beim Einstieg in das Becken der Fontane Therme auf der möglicherweise vereisten Treppe ausgerutscht, mit dem Kopf gegen den Beckenrand geprallt und ins Wasser gefallen, so die Polizeisprecherin weiter. Eine Fremdeinwirkung schließen die Ermittler nach derzeitigem Stand aus. Dennoch ermittle die Kriminalpolizei. Bei dem Toten handelt es sich um einen Besucher aus Nordrhein-Westfalen, erklärte die Sprecherin.

Woran der Mann genau starb, ob an den Kopfverletzungen oder ob er ertrunken ist, sei noch Gegenstand der Untersuchungen. Dies könne nur durch eine Obduktion festgestellt werden. Ob diese auch durchgeführt wird, darüber entscheidet die Staatsanwaltschaft.

Die Ermittler überprüfen aber auch, welche Verantwortung der Betreiber der Therme trägt. Dabei geht es um die Frage, ob er seiner Sicherungspflicht nachgekommen ist. Wenn die Treppe verreist war, hätten Mitarbeiter möglicherweise den Außenbereich sperren, Warnschilder aufstellen müssen oder das Eis entfernen sollen.

Die Therme wurde 2007 in Neuruppin eröffnet und liegt direkt am Ruppiner See. Auf 6000 Quadratmeter bietet sie zahlreiche Sauna-Landschaften und zwei Außenbecken an. Insgesamt stehen 500 Quadratmeter Wasserfläche zur Verfügung. Die Therme wird jedes Jahr von mehreren Tausend Gästen besucht. Bekannt ist sie für ihre jodhaltige Naturheilsole, die aus 1700 Metern Tiefe gefördert wird. Die Seesauna ist mit einer Gesamtfläche von 400 Quadratmetern die größte ihrer Art in Deutschland. Die Therme verfügt außerdem über ein angeschlossenes Hotel. Ob der Tote auch Gast des Hotels war, ist nicht bekannt.

Im November ertrank eine Polizistin im Schwimmbad

Erst im November war eine 37 Jahre alte Polizistin aus Werder im neu eröffneten Erlebnis-Schwimmbad "blu" in Potsdam ertrunken. Die augenscheinlich trainierte Frau war beim Bahnenschwimmen offenbar wortlos und ohne Hilferufe nach einem Infarkt untergegangen. Zwei privat anwesende Rettungssanitäter konnten sie zwar wiederbeleben; sie starb aber später im Krankenhaus. Die Bademeister sollen den Hinweis eines jungen Mitarbeiters, eine Person sei unter Wasser, nicht ernst genommen haben, erklärten Augenzeugen damals. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ergaben aber keine Hinweise auf strafbares Verhalten der Mitarbeiter. Es habe keine Rettungschance für die Frau bestanden, hieß es bei der Staatsanwaltschaft.

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