Berlin-Mitte

Mann muss nach Schlägerei am Alexanderplatz ins Krankenhaus

Ein Streit am Bahnhof Alexanderplatz ist am Montagabend eskaliert. Ein Mann musste nach Schlägen und Tritten ins Krankenhaus.

Berlins gefährliche Orte: Der Alexanderplatz

Serie Berlins Orte höchster Kriminalität: Wie sicher ist der Alexanderplatz? Als Konsequenz des Gewaltexzesses und der gestiegenen Kriminalität wurde die Polizeipräsenz am Alexanderplatz verstärkt. Wir fragten Passanten ob Videoüberwachung hilft?

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Berlin. Ein 22-jähriger Mann ist am Montagabend bei einem Streit im Bahnhof Alexanderplatz verletzt worden und musste in einem Krankenhaus behandelt werden. Es war nicht der einzige Gewaltvorfall am Montagabend. In der U-Bahn­linie 7 an der Grenzallee ist ein Mann von drei Angreifern attackiert worden.

Bei der Schlägerei am Alexanderplatz kam es im Bahnhofsgebäude zwischen einem 22-Jährigen und zwei 32-jährigen Männern zunächst zu einer verbalen und später dann zu einer körperlichen Auseinandersetzung, wie die Bundespolizei am Dienstag mitteilte. Die drei Männer waren bisherigen Erkenntnissen zufolge wohl betrunken. Alle drei wurden festgenommen, der 22-Jährige mit schweren Gesichtsverletzungen ins Krankenhaus gebracht.

Am Alexanderplatz kommt es immer wieder zu gewaltvollen Auseinandersetzungen. So hatten Ende Januar fremdenfeindliche Beleidigungen eine Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen ausgelöst. Dabei wurden zwei Menschen verletzt. Seit Mitte Dezember 2017 gibt es am Alexanderplatz eine neue Polizeiwache, die dazu beitragen soll, die Kriminalität zurückzudrängen. In der Wache sitzen Landespolizei, Bundespolizei und Ordnungsamt.

Nur wenige Stunden nach der Schlägerei am Alex kam es zu einer brutalen Attacke in der U-Bahnlinie 7 an der Grenzallee. Dort griffen drei Männer einen 27-Jährigen an. Die Täter sollen ihr Opfer am Montagabend zunächst angepöbelt haben, bevor sie es schlugen, traten und mit Reizgas besprühten. Das teilte die Polizei am Dienstag mit. Am Bahnhof Grenzallee zog der 27-Jährige die Notbremse und flüchtete in die Fahrerkabine.

Die Täter stiegen daraufhin aus, zerschlugen beim Verlassen des Bahnhofs mehrere U-Bahn-Scheiben, einen Abfertigungsspiegel und mehrere Schaufensterscheiben von Werbetafeln. Die beschädigte U-Bahn konnte nicht mehr weiterfahren und musste ersetzt werden. Der Zugverkehr war deshalb für etwa zehn Minuten unterbrochen. Der 27-Jährige erlitt leichte Verletzungen. Warum die Männer ihn in der Linie U7 attackierten, war bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch unklar.

In den Berliner U-Bahnen, Bahnhöfen, Bussen und Trams sind im vergangenen Jahr wie berichtet etwas mehr Gewalttaten registriert worden als in den Jahren zuvor. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) zählten 3310 Schlägereien, Angriffe, Raubüberfälle, Bedrohungen und Sexualdelikte. Das geht aus einer Antwort der Senats­innenverwaltung auf eine Anfrage des SPD-Abgeordneten Joschka Langenbrinck hervor. In den Vorjahren waren es zwischen 2868 (2013) und 3061 (2016). Auch das Personal ist häufig Ziel von Attacken. Im Jahr 2016 gab es 555 Übergriffe auf Mitarbeiter der BVG.

Die meisten Übergriffe geschahen in U-Bahnen und U-Bahnhöfen (2441). In den Bussen (553) und Straßenbahnen (316) liegen die Zahlen deutlich niedriger. Die Polizei forderte in 5377 Fällen Filme aus den Überwachungskameras der BVG zur Aufklärung der Verbrechen an. Die Größenordnung entspricht ungefähr der in den Jahren zuvor. mit dpa

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