S-Bahnhof Köpenick

Frau lässt eigenes Baby auf Flucht vor Kontrolleuren zurück

Die 31-Jährige war in einem Zug der Linie S3 ohne gültiges Ticket erwischt worden. Sie flüchtete und ließ ihr einjähriges Kind zurück.

Blaulicht auf einem Polizeifahrzeug

Blaulicht auf einem Polizeifahrzeug

Foto: dpa

Berlin. Eine 31 Jahre alte Frau hat am Mittwochabend auf der Flucht vor Kontrolleuren ihr eigenes einjähriges Kind auf dem Bahnsteig des S-Bahnhofs Köpenick zurückgelassen.

Wie die Bundespolizei am Donnerstag mitteilte, hatten Kontrolleure die Frau aus Kamerun gegen 21 Uhr mit einem verfälschten Ticket in einer S-Bahn der Linie S3 erwischt. Der Fahrausweis wies Radierungen im Bereich des Stempels auf.

Als die Kontrolleure die Frau aus dem Zug baten, attackierte ihr 36 Jahre alter Begleiter einen von ihnen mit einem Kopfstoß. Dabei erlitt der 26 Jahre alte Sicherheitsmitarbeiter eine leicht blutende Wunde an der Lippe. Die Attacke nutzte die 31-Jährige zur Flucht. Dabei ließ sie ihr Baby in einem Kinderwagen zurück.

Bundespolizisten nahmen den 36-Jährigen vorläufig fest. Er gab an, nicht der Vater des Kindes zu sein. Die Beamten nahmen daraufhin das Baby zur Dienststelle und übergaben es einer Mitarbeiterin des Kindernotdiensts.

Gegen 23.25 Uhr erschien die Mutter des Kindes am Ostbahnhof, um ihr Kind abzuholen. Nachdem die Beamten ihre Identität feststellten, leiteten sie gegen die Frau zunächst Strafverfahren wegen Betrugs und Urkundenfälschung ein.

Ein Abgleich ihrer Daten in polizeilichen Informationssystemen ergab zudem, dass sich die Frau unerlaubt in Deutschland aufhält. Die Ermittler leiteten daher ein weiteres Strafverfahren wegen des Verdachts des unerlaubten Aufenthaltes ein und informierten die zuständige Ausländerbehörde. Die Mutter ließen sie auf freien Fuß und verwiesen sie an den Kindernotdienst. Über den Verbleib des Kindes konnten weder Bundespolizei noch Kindernotdienst zunächst eine Auskunft geben.

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