Berlin-Mitte

Streit zwischen zwei Gruppen am Alexanderplatz eskaliert

In Sichtweite der Polizeiwache gerieten zwei Gruppen in Streit. Ein 56-Jähriger verletzte mit einer Gehhilfe zwei Kontrahenten.

Am 15. Dezember wurde die Polizeiwache am Alexanderplatz eingeweiht (Archivbild)

Am 15. Dezember wurde die Polizeiwache am Alexanderplatz eingeweiht (Archivbild)

Foto: Carsten Koall / Getty Images

Am Alexanderplatz in Mitte haben fremdenfeindliche Beleidigungen eine Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen ausgelöst. Dabei wurden am Donnerstagabend zwei Menschen verletzt, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Zunächst hatte ein angetrunkener 40-Jähriger die andere Gruppe fremdenfeindlich beleidigt. Die angesprochenen Männer ignorierten das. Der 40-Jährige soll daraufhin eine Bierflasche in deren Richtung geworfen haben. Er verfehlte jedoch den Angaben zufolge sein Ziel und traf stattdessen eine Glasplatte an einem Gebäude, die zu Bruch ging.

Daraufhin gingen die beiden Gruppen aufeinander los. Ein 56-Jähriger aus der angefeindeten Gruppe schlug dabei mit seiner Gehhilfe den 40-Jährigen und brach dessen Hand. Der 56-Jährige verletzte außerdem eine 24-Jährige. Sie erlitt leichte Armverletzungen. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt.

Am Alexanderplatz kommt es immer wieder zu gewaltvollen Auseinandersetzungen. Seit Mitte Dezember 2017 gibt es dort eine neue Polizeiwache, die dazu beitragen soll, die Kriminalität zurückzudrängen. Die Wache wird von der Bundespolizei, der Berliner Polizei und dem Ordnungsamt Mitte gemeinsam genutzt. Die am Alex zunehmend ausufernde Kriminalität soll sowohl durch sofortige konsequente Verfolgung begangener Straftaten als auch durch Prävention erfolgen, Letzteres vor allem durch fortwährende sichtbare Präsenz.

Die rund um den Alexanderplatz begangenen Delikte umfassen nahezu den gesamten Bereich der Straßenkriminalität. Raubüberfälle auf Passanten oder Geschäfte gehören ebenso dazu, wie Ladendiebstahl, Taschendiebstahl oder Schlägereien, bei denen häufig auch Messer zum Einsatz kommen. Viele gewaltsame Auseinandersetzungen eskalieren zumeist dann, wenn Alkohol im Spiel ist, Attacken zwischen deutschen und nicht deutschen Tätergruppen erfolgen quasi wechselseitig. Mal sind es Deutsche, die Migranten attackieren, mal gehen umgekehrt Migrantengruppen auf Deutsche los. Die Gewalt geht dabei immer von der Gruppe aus, die zahlenmäßig größer ist. Mittlerweile gilt der Alexanderplatz als kriminalitätsbelasteter Ort mit besonderen Befugnissen für die Polizei.

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