Zehlendorf

Raubüberfall auf 87-Jährige: Polizei sucht Täter mit Fotos

Eine 87-Jährige ist bei einem Raubüberfall schwer verletzt worden. Den Räuber sucht die Polizei nun mit Fotos.

Wann wird eigentlich öffentlich gefahndet?

Wann wird öffentlich nach einem Verdächtigen gefahndet? Warum dauert es manchmal so lange, bis öffentlich gefahndet wird? Welche Rolle spielen Richter in dem Vorgang? Hier sind die Antworten.

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Berlin. Eine Woche nach dem ebenso feigen wie brutalen Überfall auf eine 87-jährige Frau in Zehlendorf fahndet die Polizei jetzt mit Bildern nach dem Tatverdächtigen. Gleichzeitig suchten die Beamten des Raubkommissariates der Direktion 4 (Südwest) nach einem weiteren Mann, der als wichtiger Zeuge des Geschehens infrage kommen könnte. Mittlerweile hat sich der Mann bei der Polizei gemeldet.

Die Seniorin war am 10. Januar gegen 10.50 Uhr auf dem Gehweg Wilski­straße Ecke Zinsweiler Weg unterwegs, als ihr plötzlich ein bislang unbekannter Mann die Handtasche entriss. Durch die Wucht der Attacke stürzte die 87-Jährige zu Boden und zog sich schwere Verletzungen zu. Der Täter flüchtete nach bisherigen Ermittlungserkenntnissen anschließend mit einem Fahrrad in Richtung Argentinische Allee.

Die Polizei beschreibt den Verdächtigen wie folgt: 1,70 bis 1,75 Meter groß, 30 bis 40 Jahre alt, schlanke sportliche Figur und dunkelbraune kurze Haare mit ausgeprägten Geheimratsecken. Geflohen ist der Mann den Ermittlern zufolge mit einem silberfarbenen Herrenrad, das mit einem gradlinigen Lenker mit schwarzen „Hörnern“, silberfarbenen Schutzblechen und einem braunen Sattel ausgestattet ist, aber über keinen Gepäckträger verfügt.

Hinweise zur Tat und den gesuchten Männern nimmt das Raubkommissariat der Direktion 4 an der Eiswaldstraße 18 in Lankwitz unter der Telefonnummer 030-4664 473 130 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Die ungewöhnliche Brutalität des Überfalls hatte nicht nur Entsetzen in der Bevölkerung ausgelöst – angesichts der schweren Verletzungen der 87-Jährigen hatte die Polizei kurzzeitig sogar erwogen, die Tat als versuchten Totschlag mit bedingtem Vorsatz einzustufen und eine Mordkommission mit den Ermittlungen zu betrauen. Nachdem sich anfängliche Vermutungen, die schweren Verletzungen der Seniorin könnten von einem vom Täter benutzen Messer stammen, nicht bestätigten, übernahm das Raubkommissariat die Ermittlungen.

Große Blutflecken am Tatort noch am Folgetag sichtbar

Wie schwer die Verletzungen waren, schilderte auch eine Anwohnerin am Tag nach dem Überfall der Berliner Morgenpost. Die Frau hatte die Tat beobachtet, war dem Opfer sofort zu Hilfe geeilt und hatte Polizei und Feuerwehr alarmiert. Noch einen Tag später waren auf dem Gehweg mehrere große Blutflecken zu sehen, die vom Opfer stammten. Inzwischen geht die Polizei davon aus, dass die schweren Verletzungen infolge des Sturzes der 87-Jährigen und des anschließenden Mitschleifens der Überfallenen durch den Täter entstanden sind.

Die Fotos des Tatverdächtigen und des gesuchten Zeugen können auch auf der Internetseite der Berliner Polizei eingesehen werden.

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