Zwei Raser erwischt

Mann mit 140 km/h unterwegs - Frau überholt sogar Polizei

Die Polizei erwischte den Mann am Tempelhofer Damm. In Zehlendorf überholte eine 27-Jährige die Polizei, die einen Raser verfolgte.

Eine Polizeikontrolle

Eine Polizeikontrolle

Foto: picture alliance / dpa /Frank May

Berlin. Bußgeld, Punkte und Fahrverbot erwarten zwei Autofahrer, die mit mehr als 120 Stundenkilometern durch Berlin gerast sind.

In der Nacht von Montag zu Dienstag bemerkte eine Streife der Autobahnpolizei einen Mercedes auf der Stadtautobahn 100. Bevor die Polizisten die Geschwindigkeit des Autos messen konnten, verließ der Mann mit seinem Wagen die Autobahn an der Ausfahrt Tempelhofer Damm. Doch der Mercedes-Fahrer drosselte auf dem Tempelhofer Damm nicht etwa sein Tempo, sondern beschleunigte in Richtung Mariendorfer Damm weiter – bis auf eine Höchstgeschwindigkeit von 140 Kilometern pro Stunde. In der Ordensmeisterstraße gelang es den Polizisten schließlich, den Wagen zu stoppen. Den 22 jahre alten Raser erwarten jetzt laut Polizei ein Bußgeld von mindestens 680 Euro, zwei Punkte und drei Monate Fahrverbot.

Bereits am Montagabend verfolgten Beamte in Zehlendorf einen anderen Autofahrer, der ebenfalls zu schnell unterwegs war. An der Königstraße wurden die Polizisten bei ihrer Verfolgung plötzlich von einem noch schnelleren Wagen überholt. Die Polizisten brachen die aktuelle Verfolgung ab und hefteten sich an den "neuen" Raser – eine 27 Jahre alteFrau. Sie war mit Tempo 124 an den Polizisten vorbeigefahren. Auch der Frau drohen ein Fahrverbot, eine hohe Geldstrafe und Punkte in Flensburg.

"Fake-Polizeiauto" hatte sogar Blaulicht und Sirene

Doch der Polizei gehen nicht nur Raser ins Netz. In Neukölln war den Beamten ein nicht ganz gewöhnlicher Dreier-BMW aufgefallen, wie jetzt bekannt wurde. Bereits am Sonntag fiel den Beamten das dunkelblaue Fahrzeug an der Hermannstraße auf, das mit diversen Umbauten und technischen Mängeln unterwegs war. Bei der genaueren Kontrolle des Autos entdeckten die Beamten, dass der BMW ganz ähnlich wie ein Streifenwagen ausgestattet war. Sogar ein Blaulicht mit Horn war vorhanden – für den öffentlichen Straßenverkehr war dies allerdings nicht zugelassen. Die Polizisten schrieben Anzeigen, stellten den "Fake-Streifenwagen" sicher und ließen ihn abschleppen.

Neukölln ist für die Polizei ein Einsatzschwerpunkt. Bei einem illegalen Autorennen am Sonnabendnachmittag war in dem Stadtteil eine Person verletzt worden. Ein Audi R8 und ein Lamborghini hatten sich auf der Silbersteinstraße ein Rennen geliefert. Teilnehmer von illegalen Autorennen müssen zukünftig mit einer Haftstrafe von bis zu zwei Jahren rechnen, ihre Fahrzeuge können beschlagnahmt werden.

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