Tödlicher Unfall

Radfahrer stirbt bei Unfall in Reinickendorf

Ein Radfahrer ist am Montagabend in Reinickendorf mit einem Transporter zusammengestoßen. Der 45-Jährige starb noch am Unfallort.

Ein 45-jähriger Radfahrer ist bei einem Unfall mit einem Transporter gestorben

Ein 45-jähriger Radfahrer ist bei einem Unfall mit einem Transporter gestorben

Foto: Morris Pudwell

Berlin. Nur noch weiße Kreise und Markierungen auf der Fahrbahn der Residenzstraße zeugen am Dienstagmorgen von dem tödlichen Unfall am Abend zuvor. Ein 45-jähriger Radfahrer war beim Linksabbiegen von einem Transporter erfasst worden. Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei war der Mann gegen 20.45 Uhr auf dem Radweg an der Residenzstraße in Richtung Lindauer Allee unterwegs und wollte dann nach links in die Emmentaler Straße abbiegen. Dabei wurde er von einem Transporter erfasst, den ein 18-Jähriger in gleicher Richtung fuhr. Der Radfahrer erlag noch vor Ort seinen schweren Verletzungen.

Die Residenzstraße war in Höhe Emmentaler Straße in Richtung Lindauer Allee bis etwa 0.15 Uhr gesperrt. Der genaue Unfallhergang ist noch unklar. Medienmeldungen, wonach der 45-Jährige vor dem Zusammenstoß bei Rot über eine Ampel gefahren sein soll, konnte eine Polizeisprecherin am Dienstag nicht bestätigen.

ADFC kritisiert Art der Radwege

ADFC-Sprecher Nikolas Linck äußerte sich zurückhaltend zum Unfallhergang, da die Lage am Dienstag noch nicht eindeutig war. Der Ort des Geschehens sei aber seit Längerem im Fokus des Fahrradclubs ADFC. "Wir kennen die Residenzstraße durchaus gut", sagte Linck. "Unsere Wahrnehmung ist, dass dort häufig zu schnell gefahren wird. Autos, die 70 statt 50 Kilometer pro Stunde fahren, sind leider keine Seltenheit." Überhöhtes Tempo könne Unfälle mit Radfahrern begünstigen.

Bernd Zanke, ADFC-Sprecher der Stadtteilgruppe Reinickendorf, schränkt aber ein, dass der Knotenpunkt Residenzstraße Ecke Emmentaler Straße keinen Unfallschwerpunkt bildet. Dennoch kritisiert er, dass der Radweg auf dem Gehweg der Residenzstraße geführt wird, an manchen Stellen aber plötzlich auf der Fahrbahn verläuft. "Grundsätzlich sind alle Radwege, die baulich an Gehwege angebaut sind, nicht sinnvoll." Wenn Fahrradfahrer von vornherein auf der Straße führen, dann würden sie besser gesehen, sei seine Erfahrung.

Die Radfahrer führen verdeckt hinter den Autos und würden erst im Kreuzungsbereich im Sichtfeld der Autos auftauchen. Sie seien leicht zu übersehen. Deshalb begrüßt er, dass die Verkehrsführung auf der Residenzstraße geändert werden soll. "Die Verkehrslenkung Berlin hat das meines Erachtens nach abgesegnet. Aber wann der Umbau umgesetzt wird, ist nicht entschieden."

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