Kriminalität

Keine Spur der "Stolpersteine": Staatsschutz ermittelt

Ein Loch ist im Bürgersteig an der Rungiusstraße zu sehen.

Ein Loch ist im Bürgersteig an der Rungiusstraße zu sehen.

Foto: dpa

Berlin. Nach dem Diebstahl mehrerer "Stolpersteine" in Berlin-Neukölln ermittelt der Staatsschutz. Es werde ein politischer Hintergrund vermutet, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag. Eine Spur zu den Steinen gebe es nicht. Am Montag waren in Neukölln und Britz eine Reihe von "Stolpersteinen" ausgegraben und entwendet worden, die mit den Namen von dort einst wohnenden NS-Opfern an den Holocaust erinnern. Sieben Steine wurden allein in der Britzer Hufeisen-Siedlung mitgenommen. Sie war schon oft Ziel rechtsextremer Aktionen.

Der Initiator der "Stolpersteine", Gunter Demnig, sagte auf Anfrage, von den bisher weltweit rund 63 000 verlegten Steinen seien rund 600 gestohlen worden. Er gehe von rechtsextremistischen Tätern aus, wie es beispielsweise 2012 in Greifswald geschah.

Damals waren in der Nacht zum 9. November, dem Gedenktag an die Pogromnacht von 1938, in der Hansestadt zwölf Stolpersteine aus dem Boden gehebelt worden. An Metalldiebe wolle er auch im Berliner Fall nicht glauben: "Das Blech kostet gerade mal zehn Cent", sagte Demnig. Er wolle sich bemühen, die Steine wieder schnell zu ersetzen.

Die kleinen glänzenden Metallsteine sind an vielen Orten in den Bürgersteigbelag eingesetzt, direkt vor Häusern, in denen die Menschen gewohnt haben.

© Berliner Morgenpost 2017 – Alle Rechte vorbehalten.