Friedrichshain

Nach Überfall mit K.o.-Joint: Haftbefehl gegen 19-Jährigen

Zwei Männern boten zwei Teenagerinnen einen Joint an, die daraufhin kollabierten. Gegen einen der Männer wurde nun Haftbefehl erlassen.

An der Warschauer Brücke soll ein Mann einer Teenagerin einen K.o.-Joint gegeben haben. Jetzt wurde Haftbefehl gegen ihn erlassen (Archiv)

An der Warschauer Brücke soll ein Mann einer Teenagerin einen K.o.-Joint gegeben haben. Jetzt wurde Haftbefehl gegen ihn erlassen (Archiv)

Foto: Reuters/Hannibal Hanschke

Berlin. Nachdem zwei Teenagerinnen in Friedrichshain mit einem Joint betäubt und anschließend durchsucht worden waren, ist gegen den älteren der beiden Täter Haftbefehl erlassen worden. "Er sitzt jetzt in der Jugendarrestanstalt", sagte eine Polizeisprecherin am Montag. Bei dem 19-Jährigen fanden die Ermittler den angerauchten Joint. "Der Inhalt wird untersucht."

Bei dem 19-Jährigen fanden die Ermittler den angerauchten Joint. "Der Inhalt wird untersucht." Sein 18-jähriger Komplize kam nach der Festnahme wieder auf freien Fuß. Die Behörde warnte davor, offene Flaschen und Zigaretten von Fremden anzunehmen.

Die beiden jungen Männer hatten am Sonnabendmorgen gegen 4.30 Uhr zwei 17 und 18 Jahre alten Mädchen auf der Wahrschauer Brücke eine Zigarette angeboten. Nach nur einem Zug brachen die beiden bewusstlos zusammen, anschließend durchsuchten die Teenager ihre Opfer. Da Passanten auf den Vorfall aufmerksam wurden, ergriffen die Täter die Flucht, wurden jedoch wenig später von der Polizei festgenommen. Die beiden Opfer kamen zur stationären Behandlung ins Krankenhaus, sind jedoch außer Lebensgefahr.

Polizei geht derzeit von neuer Diebes-Masche aus

Die Tat ist kein Einzelfall: Bereits am 12. Oktober waren zwei 18-jährige Männer bewusstlos zusammengebrochen, nachdem sie in der Nähe des S-Bahnhofs Wahrschauer Straße an einem Joint gezogen hatten. Die Zigarette hatten ihnen zwei fremde Männern angeboten. Einen der beiden nahm die Polizei fest, gegen den 25-Jährigen wird wegen gefährlicher Körperverletzung und Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz ermittelt. Auch bei ihm fanden die Ermittler Substanzen von Drogen. Die Untersuchungen dauern laut Polizei an.

Zu zwei weiteren Vorfällen soll es laut "B.Z." vor rund drei Wochen gekommen sein. Ein Augenzeuge berichtete demnach, dass vor dem Eingang des alten RAW-Geländes zuerst drei junge Mädchen und anschließend ein Mann nach dem Zug an einem Joint zusammengebrochen seien. Anschließend wurden die Opfer von den Tätern durchsucht. Die Zigarette enthielt nach Angaben eines Augenzeugen "Spice", künstlich-hergestelltes Marihuana, das stärker wirke als die natürliche Substanz und Atemstillstand hervorrufen könne.

Noch geht die Berliner Polizei nicht von einer neuen Diebes-Masche aus, sie habe das Problem aber im Blick, sagte die Sprecherin. Die Behörde versuche, mit verstärkter Polizeipräsenz der Kriminalität zu begegnen.

Rund um die Wahrschauer Brücke und das anliegende RAW-Gelände kommt es immer wieder zu Straftaten, besonders Drogengeschäfte haben zugenommen. Die Polizei zählt die Gegend zu den sogenannten kriminalitätsbelasteten Orten in Berlin und hat damit weitreichendere Befugnisse als andernorts. Sie darf dort etwa ohne konkreten Verdacht einer Straftat Ausweispapiere überprüfen und Personen sowie Gebäude durchsuchen.

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