Berliner U-Bahn

Flüchtlingsmädchen findet 14.000 Euro - Mutter gibt sie ab

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A. Dinger, E. Benalia

Foto: Jörg Carstensen / dpa

In Berlin hat ein Mädchen aus dem Irak in der U-Bahn eine Tasche mit viel Geld gefunden. Seine Mutter gab sie bei der Polizei ab.

Eine 16-Jährige hat am Freitag in der U-Bahnlinie 6 eine Handtasche mit 14.000 Euro gefunden. Eine 78-jährige Berlinerin hatte die Tasche zuvor in dem Zug vergessen. Das Mädchen übergab den Fund seiner Mutter, die die Tasche am Wochenende bei der Polizei ablieferte.

Die Finderin, Layla S., lebt mit ihrer Familie seit 2016 in einer Flüchtlingsunterkunft an der Daimlerstraße in Marienfelde. Gemeinsam mit ihren Geschwistern und ihrer Mutter war sie aus der irakischen Hauptstadt Bagdad nach Deutschland geflohen. Im Gespräch mit der Berliner Morgenpost berichtete die Mutter des Mädchens, Pravda S., dass ihre Tochter auf dem Weg zur Schule gewesen sei. Ihre Tochter mache gerade eine Ausbildung zur Sozialarbeiterin.

In der U-Bahn sei dem Mädchen die ältere Frau mit den vielen Taschen aufgefallen. Als sie das nächste Mal nach der Frau schaute, war sie weg, aber eine Tasche lag noch da. „Meine Tochter hat die Tasche mitgenommen, ist damit zu mir gekommen und hat mir davon erzählt. Dann sind wir zur Polizei gegangen“, sagte Pravda S. der Berliner Morgenpost.

Die 78-Jährige hatte in der Zwischenzeit den Verlust bemerkt, die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) informiert und eine Diebstahlsanzeige erstattet.

Beamte des Abschnitts 47 konnten der Frau ihre Tasche schließlich wieder übergeben. Gefehlt habe laut Polizei nichts. Einen Finderlohn wolle die Familie nicht haben. „Wir wären froh, wenn uns jemand bei der Wohnungssuche helfen könnte“, sagte Pravda S.

Bargeld und Goldbarren unter einem Baum gefunden

Erst im Juli hatte ein Mann in Berlin unter einem Baum 3500 Euro Bargeld und ein Kilo Gold in Form von 22 kleinen Barren gefunden. Der Finder brachte die Wertsachen, die in einer Mappe lagen, zur Polizei. Der Besitzer holte die Sachen wenig später im Fundbüro ab. Er hatte die Mappe nach eigenen Angaben beim Abschließen seines Rades abgestellt und vergessen.

Ein Finderlohn ist gesetzlich vorgeschrieben. Bei teuren Dingen sind es drei Prozent des Wertes. Lag der Fund in einem öffentlichen Verkehrsmittel, halbiert sich der Finderlohn.