Tötungsdelikt

Frauenleiche am Bahnhof Zoo ist vermisste 60-Jährige

An einem Bahndamm wurde eine Frauenleiche gefunden. Am Abend wurde bekannt, dass die Tote die vermisste Museumsmitarbeiterin ist.

Die Kriminaltechnik am Fundort der Leiche in der Nähe des Bahnhofs Zoo

Die Kriminaltechnik am Fundort der Leiche in der Nähe des Bahnhofs Zoo

Foto: Frank Lehmann

Schrecklicher Fund am Freitagmittag in der City West: Spaziergänger haben am Freitag gegen 13 Uhr im Schleusenweg, an einem Bahndamm in Tiergarten nahe der Schleuse und dem Zoo, die Leiche einer Frau gefunden und die Polizei alarmiert. Am Abend bestätigten sich die Befürchtungen der Polizei. Bei der Toten handelt es sich um die vor drei Tagen als vermisst gemeldete Susanne F. aus Charlottenburg. Konkrete Hinweise auf einen möglichen Tatverdächtigen gebe es bislang nicht. Die Spezialisten der 3. Mordkommission haben die Ermittlungen aufgenommen.

Susanne F. war unweit des Fundortes der Leiche am Dienstagabend zuletzt gesehen worden. Die Kunsthistorikerin hatte sich dort mit drei Freundinnen getroffen und war anschließend alleine in Richtung Hardenbergplatz gegangen. Von dort wollte sie nach Hause fahren.

Doch dort kam sie nicht an. Seit Mittwoch suchte die Polizei mit einem öffentlichen Aufruf nach der Frau, veröffentlichte ein Foto der 60-Jährigen. Einige Hinweise waren seither bei der Polizei eingegangen. Eine heiße Spur gebe es in dem Fall noch nicht, sagte eine Polizeisprecherin am Sonnabend.

Toter Mann an der Schloßstraße gefunden

Ein weiterer Mord beschäftigt seit Freitag die Spezialisten der Mordkommission. An der Schloßstraße Ecke Grunewaldstraße in Steglitz hat ein Passant am frühen Morgen einen toten Mann gefunden. Dieser lag im Gebüsch nahe der "Schwartzschen Villa". "Alles deutet darauf hin, dass der Mann Opfer eines Verbrechens geworden ist", sagte ein Polizeisprecher.

Gegen 6.20 Uhr wurde die Polizei zu der kleinen Grünanlage gegenüber dem Einkaufszentrum Das Schloss gerufen. Ermittlern zufolge handelt es sich bei ihm um einen 47 Jahre alten Berliner. Der Mann soll obdachlos sein und in dem Park bereits seit Wochen übernachtet haben.

"Eine Obduktion wird Klarheit über die genaue Todesursache bringen", sagte ein Sprecher der Polizei. Dass der Mann durch Messerstiche zu Tode gekommen sei, wollte er mit Verweis auf das noch nicht vorliegende Obduktionsergebnis nicht bestätigen. Die Spezialisten der ersten Mordkommission waren bis weit in den Nachmittag hinein mit der Sicherung möglicher Spuren, die zum Täter führen könnten, beschäftigt. Bislang gibt es aber keine konkreten Hinweise auf den Täter. Zur Spurensicherung wurde der gesamte Park, der durch einen gusseisernen Zaun und mehrere Zugangstore abgesichert ist, abgesperrt. Gegen 14 Uhr wurde dann der Leichnam durch die Gerichtsmedizin abtransportiert.

Hinter den Sträuchern verstecken sich Dealer

In dem nahe gelegen Café und Backshop direkt am Zugang zum U-Bahnhof Rathaus Steglitz, aber auch im Rathaus selbst, war der Leichenfund das bestimmende Gesprächsthema. "Hier im Park haben ein paar Obdachlose ihren nächtlichen Unterschlupf. Wer das von ihnen war, weiß ich nicht", sagte eine Steglitzerin. Indes vermutete ein Mann, den toten Mann zu kennen. Es könnte der "Klaus" gewesen sein, sagte er, denn nach diesem Namen hätte die Polizei ihn gefragt.

Unter den Anwohnern waren auch einige, die die Zustände in dem kleinen Park kritisieren. "Drogenhandel und Alkoholkonsum sind an der Tagesordnung. Daher müssten dort mehr Kontrollen durch die Polizei und das Ordnungssamt durchgeführt werden", sagte beispielsweise Albrecht Meyer. Er verstehe nicht, dass die Mitarbeiter des Rathauses gleich gegenüber ihre Büros hätten – und trotzdem nichts passiere. Er beobachte seit Jahren, so Albrecht Meyer, wie sich in der Anlage immer wieder Dealer hinter den Sträuchern versteckten.

Die Polizei bittet um Hinweise, die zur Aufklärung des Mordes beitragen können. Sie fragt unter anderem: Wer hat am frühen Freitagmorgen etwas Auffälliges im Bereich der Grunewaldstraße Ecke Schloßstraße beobachtet? Hinweise sollten an die Polizei unter der Rufnummer 030 4664 911111 oder jede andere Dienststelle der Polizei gerichtet werden.

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