Berlin-Neukölln

Einsatz in Moschee: Mann verbeißt sich in Polizisten-Arm

Ein randalierender Mann hat in der Neuköllner Dar Assalam-Moschee fünf Polizisten verletzt. Einen der Beamten biss er in den Arm.

Blick in die Moschee an der Flughafenstraße

Blick in die Moschee an der Flughafenstraße

Foto: picture alliance

Ein Routineeinsatz in einer Moschee ist am Mittwochabend eskaliert. Ein 33 Jahre alter Mann hat dabei in der Neuköllner Dar Assalam-Moschee fünf Beamte zum Teil schwer verletzt - die Berliner Polizei bestätigte am Donnerstagmorgen einen Bericht der BZ.

Die Beamten waren gegen 22.35 Uhr von einem Verantwortlichen der Moschee in die Flughafenstraße gerufen worden. Ein unbekannter Mann habe die Moschee nicht verlassen wollen und ihn mit der Faust ins Gesicht geschlagen, erklärte der 66-Jährige. Er sei daraufhin auf die Straße geflüchtet. Ein Zeuge des Vorfalls habe die Polizei gerufen.

Als die Polizei eintraf, habe der 33-Jährige mit ausgebreiteten Armen und in einem weißen Gewand im Gebetsraum gestanden. Als die Beamten ihn ansprachen, soll er ohne Vorwarnung auf sie eingeschlagen haben. Nachdem die Polizisten ihn zu Boden bringen konnten, habe er sich im Oberarm eines Beamten verbissen. Der Biss konnte nur durch die Hebelwirkung eines Schlagstocks gelöst werden.

Der 33-Jährige habe daraufhin nach Stühlen gegriffen und sie auf die Beamten geschleudert, die bereits Verstärkung alarmiert hatten. Dabei habe er immer wieder „Allahu Akbar“ gerufen. Schließlich mussten die Polizisten Pfefferspray einsetzen. Der Randalierer habe überwältigt und festgenommen werden können. In einer Gefangenensammelstelle sei ihm dann Blut abgenommen worden. Später sei er in die Psychiatrie eines Krankenhauses eingewiesen worden.

Fünf Polizeibeamte der Abschnitte 55 und 54 wurden bei dem Einsatz in der Moschee verletzt, zwei von ihnen so schwer, dass sie den Dienst nicht fortsetzen konnten. "Der Vorfall zeigt einmal mehr, wie schnell jeder noch so harmlos anmutende Einsatz eskalieren kann und in welche Gefahr sich unsere Kollegen tagtäglich begeben. Wir hoffen,dass die Betroffenen das Geschehene schnell und vollständig verarbeiten, ihre physischen und psychischen Wunden heilen", erklärte Benjamin Jendro von der Gewerkschaft der Polizei (GdP) zu dem Vorfall.

Die Dar Assalam-Moschee war in der Vergangenheit ins Visier des Berliner Verfassungsschutzes geraten, weil dort bereits radikalislamische Prediger auftraten. Auch wegen Kontakten zur Muslimbruderschaft tauchte der Moscheeverein in Jahresberichten der Verfassungsschützer auf.