Verkehrsunfall

Notarztwagen stößt mit Auto zusammen: Touristin stirbt

Durch den Aufprall wurde der Pkw über die Straße geschleudert und erfasste eine Frau. Sie erlag im Krankenhaus ihren Verletzungen.

Tragische Verkettung am Mittwochmittag in Mitte: Eine dänische Touristin ist gestorben, nachdem sie von einem schleudernden Pkw erfasst worden war. Dieser war an der Friedrichstraße in Mitte zuvor mit einem Rettungswagen kollidiert. Der schwere Unfall ereignete sich gegen 12 Uhr an der Ecke zur Mohrenstraße.

Den Angaben der Polizei zufolge hatte der Fahrer des Notarztwagens bei einer Einsatzfahrt auf der Friedrichstraße verkehrsbedingt auf die Gegenfahrbahn wechseln müssen, war bei roter Ampel in den Kreuzungsbereich hineingefahren. Blaulicht und Martinshorn, so die Polizei weiter, seien eingeschaltet gewesen. Auch eine Zeugin bestätigte, dass das Martinshorn deutlich hörbar gewesen sei. Auf der Kreuzung stieß das Feuerwehrauto dann mit dem von links kommenden braunen Ford eines 67-Jährigen zusammen. Der Wagen kam ins Schleudern und geriet auf den Fußweg. Dort erfasste der Wagen die 62-jährige Fußgängerin aus Dänemark, die mit ihrem Ehemann gerade die Mittelinsel überquerte. Die Frau wurde vom Heck des Ford getroffen und zwischen diesem und dem Geländer des U-Bahneinganges eingeklemmt. Sie wurde dabei so schwer verletzt, dass sie von einer Notärztin wiederbelebt werden musste. Nach dieser Erstversorgung wurde die Frau in ein Krankenhaus gebracht. Dort erlag sie später ihren schweren Verletzungen.

Nicht der erste Unfall mit Notarztwagen in diesem Jahr

Der 56 Jahre alte Ehemann der Toten, der unmittelbar neben seiner Frau gestanden hatte, und der Fahrer des Fords blieben nach ersten Erkenntnissen unverletzt. Beide wurden von der Feuerwehr noch an der Unfallstelle psychologisch betreut. Auch der 26 Jahre alte Fahrer des Rettungswagens blieb unverletzt.

Die Polizei sperrte den Unfallort weiträumig ab. "Besonders wegen der tragischen Folgen wird unser Verkehrsermittlungsdienst sehr gründlich den genauen Unfallhergang prüfen", teilte ein Sprecher mit. Die Friedrichstraße war ab Mittag zwischen Jägerstraße und Mohrenstraße in beide Richtungen gesperrt. Die Sperrung wurde erst kurz vor 16 Uhr wieder aufgehoben.

Der schwere Unfall mit einem Notarztwagen war nicht der erste in diesem Jahr. Im März waren sieben Menschen bei der Kollision eines Rettungswagens der Bundeswehr verletzt worden, einer von ihnen schwer. An der Kreuzung Frankfurter Tor und Warschauer Straße stieß das Rettungsfahrzeug damals mit einem Pkw zusammen – ebenfalls bei einer Blaulichtfahrt. Der Aufprall war so heftig, dass der Rettungswagen auf die Seite kippte. Drei Angehörige der Bundeswehr, ein Kind, das mit dem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht werden sollte, dessen Mutter, der Pkw-Fahrer und ein weiterer Verkehrsteilnehmer wurden dabei verletzt

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