Cottbus

Tod von ägyptischer Studentin: Zeugen zweifeln an Umständen

Im April wurde in Cottbus eine ägyptische Studentin von einem Auto erfasst und tödlich verletzt. Doch nun mehren sich die Fragen.

Ein Rettungswagen im Einsatz (Archivbild)

Ein Rettungswagen im Einsatz (Archivbild)

Foto: deepblue4you / iStockphoto

Der tödliche Unfall einer ägyptischen Gaststudentin im April 2017 in Cottbus hat sich möglicherweise unter anderen Umständen zugetragen, als bisher berichtet.

Der Unfallwagen sei extrem schnell gefahren, berichtet ein Zeuge, der zufällig am Unfallort war, dem RBB. Seiner Schätzung nach könne er 60 bis 70 km/h gefahren sein - in einer Tempo-30-Zone. Die ägyptischen Kommilitonen der getöteten Shaden M. (22) wollen außerdem beobachtet haben, dass der Wagen noch beschleunigte, bevor er mit dem Mädchen zusammenstieß.

Die Zeugenaussagen stellen die bisherigen Berichte, wonach die junge Frau plötzlich auf die Straße getreten sein soll und der Unfall für den Fahrer nicht zu verhindern gewesen sei, in Frage. Fragen wirft auch auf, was der unabhängige Zeuge nach dem Crash am Unfallort beobachtet haben will: dass nämlich die anwesenden Beamten die fremdenfeindlichen Äußerungen eines der Auto-Insassen weitgehend ignoriert haben sollen.

Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft auch wegen Beleidigung bzw. Volksverhetzung gegen einen der Autoinsassen. Die ägyptische Heimatuniversität hatte ihre Studenten nach den Vorfällen aus Cottbus abgezogen.

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