Schwerer Unfall

Auto rast in Fußgänger: Polizei musste Gaffer festnehmen

Ein betrunkener 20-Jähriger ist am Freitagabend in Neukölln in eine Gruppe Passanten gefahren und hat diese schwer verletzt.

Der VW Golf war von der Fahrbahn abgekommen. Er erfasste frontal mehrere Fußgänger. Sie wurden schwer verletzt

Der VW Golf war von der Fahrbahn abgekommen. Er erfasste frontal mehrere Fußgänger. Sie wurden schwer verletzt

Foto: Thomas Peise

Bei einem Verkehrsunfall in Neukölln wurden am Freitagabend sechs Menschen zum Teil schwer verletzt. Zeugen hatten gegen 22.15 Uhr einen VW Golf gesehen, der auf der Hermannstraße in Richtung Columbiadamm unterwegs war. Die Augenzeugen gaben später bei der Polizei zu Protokoll, sie hätten gesehen, wie der Golffahrer einem anderen Pkw ausgewichen ist und dabei sei er nach rechts von der Fahrbahn abgekommen und auf den Gehweg gefahren.

Auf der Hermannbrücke erfasste er vier junge Männer, die dort zu Fuß unterwegs waren. Der von den Zeugen beobachtete Unfallhergang, deckt sich nach Angaben der Polizei auch mit den bisherigen Ermittlungen zum Unfallhergang. Bei dem Unfall wurden zwei Autoinsassen, unter ihnen der 20 Jahre alte Fahrer sowie vier Passanten zum Teil schwer verletzt. Der Unfall ereignete sich in unmittelbarer Nähe des belebten Bahnhofes Hermannstraße.

Die Feuerwehr wurde nach Angaben der Leitstelle am Freitagabend um 22.14 Uhr alarmiert. Aufgrund der Schilderungen des Anrufers zu den Ereignissen in Neukölln wurden die Rettungskräfte sofort mit der Alarmierung „Massenanfall von Verletzten“ zur Unfallstelle geschickt. Insgesamt seien im Verlauf des Einsatzes zwölf Fahrzeuge der Feuerwehr an der Hermannstraße in Neukölln gewesen.

Insgesamt 30 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Nach den ersten Angaben bei der Feuerwehr, dass ein Pkw in eine Menschenmenge gerast war, musste mit dem Schlimmsten gerechnet werden. Die schlimmsten Befürchtungen traten dann aber nicht ein. Die ersten Feuerwehrleute an der Unfallstelle hätten glücklicherweise sehr schnell einen terroristischen Hintergrund ausschließen können, hieß es.

Die verletzten Fußgänger wurden in Krankenhäuser gebracht

Der Einsatz führte offenbar auch zu einer sehr raschen Ansammlung von Schaulustigen. Während die Rettungskräfte der Feuerwehr die Verletzten medizinisch versorgten, behinderten zahlreiche neugierige Gaffer die Rettungsarbeiten. Zeugen wollen gesehen haben, dass einige dieser Gaffer sogar über die Absperrbänder der Polizei stiegen, um Fotos mit ihren Smartphones zu machen.

Nach Angaben der Polizei musste sie einen 19-Jährigen wegen massiven Störungen und Behinderungen der Rettungsmaßnahmen festnehmen.

Die insgesamt fünf verletzten Personen wurden in verschiedene Krankenhäuser gebracht. Zwei kamen in das Krankenhaus Neukölln, ein Verletzter nach Friedrichshain, eine Person wurde in das Wenckebachkrankenhaus in Tempelhof gebracht und eine verletzte Person kam in das Benjamin-Franklin-Klinikum in Steglitz.

Die Hermannstraße war bis etwa 1 Uhr nachts gesperrt

Wie die Personenüberprüfung der Beamten nach dem Unfall ergaben, hat der 20 Jahre alte Unfallfahrer keinen Führerschein und auch keine Pflichtversicherung für das Fahrzeug.

Eine Blutuntersuchung ergab, dass er betrunken war. Er kam mit einer Oberkörperverletzung in ein Krankenhaus. Weiterhin teilte die Polizei mit, dass noch ein offener Haftbefehl gegen ihn vorliegt. Dabei soll es sich nach Informationen dieser Zeitung um eine nicht bezahlte Geldstrafe handeln. Die Hermannstraße war bis etwa 1 Uhr nachts während der Rettungsmaßnahmen und der Unfallbearbeitung in beide Richtungen gesperrt.

Vorfall erinnert an Unfall vor "Watergate" im Januar

Zu einem ähnlichen Fall kam es in der Silvesternacht in Kreuzberg. Eine Frau hatte an der Oberbaumbrücke in Kreuzberg die Kontrolle über ihr Auto verloren und ist in eine Menschenmenge gefahren, die vor dem Club "Watergate" wartete. Dabei wurden fünf Menschen verletzt. Sie sollen auf dem Bordstein gesessen haben. Die Rettungskräfte brachten drei von ihnen in ein Krankenhaus.

Angesichts des glimpflichen Ausgangs könne man von einem "Silvesterwunder" sprechen, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Die Autofahrerin aus Mecklenburg-Vorpommern war vermutlich alkoholisiert und mit überhöhter Geschwindigkeit in Richtung Oberbaumbrücke gefahren. In der Kurve hatte die 30-Jährige offensichtlich die Kontrolle über ihren Sportwagen der Marke BMW verloren.

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