Festnahmen in Berlin

Millionenschaden: Razzia bei Berliner Rezeptfälschern

Jahrelang sollen die Tatverdächtigen Rezepte gefälscht haben. Der Schaden liegt bei mindestens 3,1 Millionen Euro.

Den Tatverdächtigen wird vorgeworfen, Rezepte für hochpreisige Arzneimittel gefälscht und durch mehrere Apotheker bei den Krankenkassen zur Bezahlung eingereicht zu habe

Den Tatverdächtigen wird vorgeworfen, Rezepte für hochpreisige Arzneimittel gefälscht und durch mehrere Apotheker bei den Krankenkassen zur Bezahlung eingereicht zu habe

Foto: Frank May / picture-alliance / Frank May

Die Berliner Polizei hat am Freitagmorgen eine Bande mutmaßlicher Rezeptfälscher ausgehoben. 20 Wohn- und Geschäftsräume in Berlin und Brandenburg wurden durchsucht und vier Haftbefehle vollstreckt. Auch ein Spezialeinsatzkommando war an der Razzia beteiligt.

Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittag mitteilten, gingen der Razzia monatelange Ermittlungen voraus. Im Fokus standen dabei zehn Männer und eine Frau im Alter von 31 bis 64 Jahren. Durch die Fälschungen sei laut bisherigen Ermittlungen ein Schaden von 3,1 Millionen Euro entstanden. Die Ermittler gehen von einem weitaus größeren Schaden aus, da nach den bisher gewonnenen Erkenntnissen die Tatverdächtigen seit etwa zehn Jahren aktiv sein sollen.

Den Tatverdächtigen wird vorgeworfen, Rezepte für hochpreisige Arzneimittel gefälscht und durch mehrere Apotheker bei den Krankenkassen zur Bezahlung eingereicht zu haben. Der mutmaßliche Schaden pro Rezept lag bei durchschnittlich 15.000 Euro.

Bei dem mutmaßlichen Kopf der Bande handelt es sich um einen einschlägig vorbestraften 54-jährigen Apotheker und seine 31 Jahre alte Lebensgefährtin. Beide leben in Bulgarien und sollen lediglich nach Berlin gekommen sein, um weitere Taten zu begehen und zu organisieren. Spezialeinsatzkräfte nahmen das Paar am Freitagmorgen in einem Hotel in Treptow fest. Dem Paar sowie zwei 45 und 54 Jahre alten mutmaßlichen Mittätern sollen heute die Haftbefehle verkündet werden.