Berlin-Mitte

Zwei Festnahmen nach Schlägerei am Alexanderplatz

Wieder hat es eine Schlägerei am Alexanderplatz in Mitte gegeben. Die Polizei konnte zwei Gewalttäter stellen.

Einsatz der Polizei am Alexanderplatz

Einsatz der Polizei am Alexanderplatz

Foto: Thomas Peise

Die Gewalt am Alexanderplatz nimmt kein Ende. Erneut ist es dort zu einer brutalen Attacke auf einen Passanten gekommen. Das Opfer wurde mit einer Glasflasche und Fäusten traktiert und trug Verletzungen am Kopf davon.

Die gefährliche Körperverletzung geschah gegen 21 Uhr am Dienstagabend. Tatort war die Vorhalle des S-Bahnhofes Alexanderplatz, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Bei dem Opfer handelt es sich um einen 32 Jahre alten Mann, der später gegenüber der Polizei aussagte, er sei dort mit einem Trio angetrunkener junger Männer in Streit geraten. Die drei Täter sollen ihr Opfer verprügelt und dann auch mit einer Flasche geschlagen haben. Dann suchten die Täter das Weite und ließen ihr blutendes Opfer zurück.

Doch Beamte der Bundespolizei nahmen die Verfolgung auf. Noch in der Nähe fassten sie einen 19-Jährigen. Polizisten einer Einsatzhundertschaft konnten einen 17 Jahre alten Komplizen festnehmen. Dem dritten mutmaßlichen Angreifer gelang hingegen die Flucht. "Atemalkoholkontrollen bei den Festgenommenen ergaben bei dem 19-Jährigen einen Wert von etwa 1,7 Promille und bei seinem jüngeren Komplizen einen Wert von etwa 0,9 Promille", teilte ein Polizeisprecher weiter mit. Während der Verprügelte ambulant in einem Krankenhaus versorgt wurde, kamen die beiden Festgenommenen zur erkennungsdienstlichen Behandlung. Die Polizei ermittelt nun den genauen Hintergrund der Tat.

Reihe der gewalttätigen Übergriffe setzt sich fort

Mit der neuerlichen Schlägerei setzt sich die Reihe von gewalttätigen Übergriffen im Bereich des Alexanderplatzes fort. Anfang April sollen in der Panoramastraße zwei Täter einen Mann aus einer anderen Gruppe geschlagen haben, woraufhin ein Begleiter des Angegriffenen einen der Täter mit Pfefferspray besprühte.

Erst an dem Wochenende zuvor hatte eine nächtliche Attacke auf eine Frau am Fuße des Fernsehturms für Entsetzen gesorgt. Nach einem Notruf hatten Polizisten dort eine 24-Jährige aufgefunden. Sie hatte durch Schläge unter anderem einen Kieferbruch erlitten. Die Polizei vermutet, dass die Tat einen homophoben Hintergrund hat. Wenige Tage zuvor musste ein 40-Jähriger vor einem aggressiven Mob in ein Kino flüchten. Der Mann war am S-Bahnhof von 15 bis 20 Personen bedrängt worden. Die Täter warfen mehrfach mit Flaschen nach ihrem Opfer.

Der Alexanderplatz gilt als Kriminalitätsschwerpunkt. Deshalb plant die rot-rot-grüne Landesregierung dort eine Kombiwache, in der Beamte von Landes- und Bundespolizei sowie Angehörige des bezirklichen Ordnungsamtes Präsenz zeigen. Ein Termin für die Eröffnung steht aber noch nicht fest, wie die Innenverwaltung am Mittwoch mitteilte. Auch über den genauen Standort sei weiterhin nicht entschieden worden, hieß es auf Anfrage der Berliner Morgenpost. Als favorisierter Platz für die Einrichtung gilt derzeit der Bereich neben dem Eingang zur Toilettenanlage. Nach den Wünschen von Innensenator Andreas Geisel (SPD) sollen ständig fünf Bedienstete der drei Behörden in der Wache arbeiten. Geplant ist ein Schichtbetrieb rund um die Uhr.

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