Berlin

138 Kilo Marihuana und eine Waffe im Spazierstock

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Peter Oldenburger

Polizei hebt Drogendepot in Neukölln aus

Berlin. Fahnder des Zolls und der Polizei Brandenburg haben ein überregional betriebenes Rauschgiftdepot in Neukölln lokalisiert und ausgehoben. In einem angeblich leer stehenden Geschäft konnten 125 Kilogramm Marihuana sichergestellt werden. Bei folgenden Durchsuchungen in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern wurden weitere 13 Kilogramm der Droge beschlagnahmt. Zwei Männer wurden festgenommen. Die 52 und 59 Jahre alten Deutschen befinden sich seit Freitag in Untersuchungshaft, teilten der Zoll und das Polizeipräsidium Potsdam am Dienstag mit. Gegen einen weiteren Mann erging ebenfalls ein Haftbefehl. Der dritte Tatverdächtige sei jedoch noch auf der Flucht, weshalb aus ermittlungstaktischen Gründen keine näheren Angaben zum Gesuchten möglich seien.

Den Razzien waren international betriebene Ermittlungen der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Rauschgift (GER) von Zoll und Polizei aus Brandenburg, von Europol und Eurojust vorangegangen. Die Bande stand seit mehr als zwei Jahren im Fokus der Ermittler, deren Mitglieder arbeiteten sehr konspirativ, arbeitsteilig und pflegten enge Beziehungen zu anderen Banden in mindestens vier weiteren europäischen Staaten, hieß es weiter. Die umfangreichen Ermittlungen des Landeskriminalamtes Brandenburg und der Zollfahndung Berlin-Brandenburg dauern weiter an.

Das Drogendepot in Neukölln war bereits am Donnerstag aufgeflogen. Als zwei Männer das Objekt verließen und verdächtige Gegenstände abtransportieren wollten, griffen Spezialeinheiten der Polizei Brandenburg zu. Das betreffende Ladengeschäft stand nur zum Schein leer. Den beiden Männern in Untersuchungshaft und deren Komplizen wird der bandenmäßige Handel mit und die unerlaubte Einfuhr von Betäubungsmitteln vorgeworfen.

Der Marktwert der Drogen beträgt 500.000 Euro

Nach dem Fund in Neukölln wurden dann drei Wohnungen in Berlin, Königs Wusterhausen (Kreis Dahme-Spree) und in der Gemeinde Ribnitz-Damgarten (Mecklenburg-Vorpommern) durchsucht. Dort konnten die Kriminalbeamten weitere 13 Kilogramm Marihuana sowie andere Beweismittel sicherstellen. Darunter waren unter anderem Kontounterlagen sowie diverse Datenträger. Der Marktwert der insgesamt 138 Kilogramm Marihuana beziffern die Drogenfahnder auf rund 500.000 Euro.

Außerdem wurde nach Polizeiangaben im Auto eines vierten Tatverdächtigen in Berlin eine außergewöhnliche Waffe gefunden: Ein Spazierstock, in dem sich getarnt eine Schusswaffe des Kalibers 22 befand. Die Waffe sowie neun Schuss Munition wurden sichergestellt.

( pol )