Friedrichshain

Mysteriöse Serie: Wieder junge Frau mit Säure bespritzt

Seit Dezember gibt es in Berlin immer wieder Säure-Angriffe auf junge Frauen. Diesmal war eine 27-Jährige in Friedrichshain das Opfer.

Blaulicht auf dem Dach eines Polizeiwagens

Blaulicht auf dem Dach eines Polizeiwagens

Foto: dpa

Erneut ist eine Frau von einem Unbekannten mit einer ätzenden Flüssigkeit bespritzt worden. Die 27-Jährige erlitt bei der Tat in Friedrichshain in der Nacht zum Dienstag eine Augenverletzung und kam in ein Krankenhaus. Vermutlich ist ein Serientäter aktiv, seit Dezember vergangenen Jahres hatte es bereits vier ähnliche Vorfälle gegeben.

Das bisher letzte Opfer war nach Angaben der Polizei gegen Mitternacht auf dem Gehweg der Jungstraße in Friedrichshain unterwegs. Dort kam der 27-Jährigen laut ihrer späteren Schilderung ein Radfahrer entgegen, der ihr im Vorbeifahren plötzlich eine Flüssigkeit ins Gesicht schüttete. Der Unbekannte verschwand sofort vom Tatort. Die Frau spürte ein starkes Brennen am Auge und alarmierte Polizei und Rettungskräfte. Sie wurde zur weiteren Behandlung in eine Augenklinik gebracht. Über die Schwere der Verletzung konnte die Polizei am Dienstag keine näheren Angaben machen. Mehrere Spritzer waren bei der Tat auch auf parkende Autos gelangt. Feuerwehrleute neutralisierten die Säure durch Verdünnen mit reichlich Wasser.

Wie ein Sprecher der Feuerwehr sagte, wurde vor Ort ein pH-Wert von 1 gemessen, es handele sich also um eine stark konzentrierte Säure. Möglicherweise könne es Schwefel- oder Batteriesäure gewesen sein. „Um was für eine Flüssigkeit es sich handelte, ist nun Bestandteil der Ermittlungen zu einer schweren Körperverletzung“, sagte ein Sprecher der Polizei.

Die Kripo schließt Zusammenhänge mit den früheren Taten nicht aus. Es gebe allerdings nur vage Beschreibungen des Unbekannten, da sich alle Taten für die Opfer völlig überraschend ereignet hätten und diese im ersten Moment mit den Auswirkungen durch die Flüssigkeit beschäftigt gewesen seien, heißt es bei der Polizei. Die betroffenen Frauen beschrieben den Säurespritzer als schlank und dunkel bekleidet.

Die mysteriöse Serie begann Anfang Dezember vergangenen Jahres, als es in einer Nacht gleich drei Vorfälle gab. Zunächst wurde damals eine ebenfalls 27 Jahre alte Frau gegen Mitternacht in der Greifswalder Straße in Prenzlauer Berg von dem Unbekannten vermutlich mit einer Wasserpistole bespritzt und im Gesicht getroffen. Das Opfer flüchtete in ein Treppenhaus und wurde von einem Rettungssanitäter am Tatort behandelt. Nur wenige Minuten später gab es den nächsten Vorfall. Dabei traf es eine 28-Jährige in der Hosemannstraße, ebenfalls in Prenzlauer Berg. Ihr wurde eine Flüssigkeit seitlich ins Gesicht gespritzt. Die Leichtverletzte begab sich selbst in ärztliche Behandlung. Am folgenden Tag meldete sich eine 30 Jahre alte Frau bei der Polizei und zeigte an, in der Friesickestraße bespritzt worden zu sein. Ein weiterer Fall ereignete sich am 10. Januar in der Kniprodestraße in Prenzlauer Berg. Das 27 Jahre alte Opfer wurde ambulant behandelt.

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