Vandalismus

Erneut Graffiti-Tourist aus Australien festgenommen

S-Bahn besprüht: Sicherheitsdienstmitarbeiter und Bundespolizisten haben am Bahnhof Ahrensfelde einen Australier festgenommen.

Archiv: Eine von Sprayern vollgesprühte S-Bahn steht am 08.02.2006 in einem S-Bahnhof in Berlin. Foto: Steffen Kugler/dpa

Archiv: Eine von Sprayern vollgesprühte S-Bahn steht am 08.02.2006 in einem S-Bahnhof in Berlin. Foto: Steffen Kugler/dpa

Foto: Steffen Kugler / dpa

Berlin ist offenbar das Mekka der internationalen Graffiti-Szene. Im Vergleich zum Vorjahr registrierte die Bundespolizei 2016 sehr viel mehr Ausländer, die in Berlin beim Besprühen von Zügen und Bahnanlagen gefasst wurden. Der jüngste Fall ereignete sich in der Nacht von Dienstag zu Mittwoch: Am Bahnhof Ahrensfelde wurde ein Australier festgenommen, der mit einem Komplizen eine S-Bahn besprüht haben soll. Bahnmitarbeiter hatten gegen 23.45 Uhr beobachtet, wie der Mann mit einer weiteren Person eine abgestellte S-Bahn an dem Bahnhof besprühte. Einsatzkräfte der Polizei und des Sicherheitsdienstes der S-Bahn nahmen einen 21-Jährigen am Tatort fest. Seinem Komplizen gelang die Flucht. Gegen den Australier wird ein Strafverfahren wegen Sachbeschädigung eingeleitet.

Bei den EU-Staaten liegt Frankreich vorn

Dieser Fall zeigt einen Trend, der bereits das ganze Jahr anhält. Insgesamt verzeichnete die Bundespolizei in Berlin und Brandenburg, die für die Bahnanlagen und Züge zuständig ist, einen starken Anstieg sogenannter Graffiti-Touristen. 2015 lag der Anteil der Tatverdächtigen aus EU-Staaten unter den gefassten Sprayern bei elf Prozent, von Januar bis November dieses Jahres kamen bereits mehr als 30 Prozent der 279 Tatverdächtigen aus EU-Staaten. Die meisten stammen den Angaben nach aus Frankreich, gefolgt von Sprayern aus Spanien, Italien und den Niederlanden. Außerhalb der Europäischen Union sind Australier und Schweizer führend. Die meisten Sprayer aus dem Ausland legen es darauf an, möglichst großflächige Spuren in Berlin zu hinterlassen. Laut Bundespolizei wurden 2016 mehr als 37.000 Quadratmeter besprüht – das entspricht einer Fläche von mehr als fünf Fußballfeldern.

S-Bahn und die BVG geben pro Jahr etwa zehn Millionen Euro für die Beseitigung von Vandalismus- und Graffitischäden aus. Nur ein Teil der Täter wird festgenommen. Die Deutsche Bahn, zu der auch die S-Bahn gehört, registrierte 2015 insgesamt 1500 Graffiti-Straftaten.