Mann verletzt

Männer ziehen mit Axt durch Berlin, drohen und schlagen zu

Mit einer Axt ziehen zwei Männer durch Berlin. Einer fragt einen Mann nach Drogen, schlägt ihn - und lässt sich die Axt reichen.

Mit einer Axt zogen zwei Männer durch Berlin und bedrohten Passanten (Archivbild)

Mit einer Axt zogen zwei Männer durch Berlin und bedrohten Passanten (Archivbild)

Foto: picture-alliance / Josef Wildgru / picture-alliance / Josef Wildgru/picture alliance

Am Mittwochabend haben zwei Männer einen anderen Mann in Wilmersdorf verletzt. Den Angaben eines 27-Jährigen zufolge seien ihm die Beiden bereits gegen 20 Uhr auf dem U-Bahnhof Berliner Straße aufgefallen, weil sie mit einer Axt hantierten. Der Mann rief die Polizei und verfolgte sie. In der Landhausstraße habe er dann verhindert, dass die Männer auf einen Mann losgehen.

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Anschließend habe einer der Täter ihn gefragt, ob er ihm Drogen verkaufen könne. Als er das verneinte, schlug ihm der Mann mit der Faust ins Gesicht, ließ sich vom anderen Täter die Axt geben und soll zum Schlag ausgeholt, glücklicherweise kurz vor der Berührung aber gestoppt haben. Nachdem das Duo die eintreffenden Polizeibeamten bemerkte, ergriff es die Flucht.

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Inzwischen teilte die Polizei der Berliner Morgenpost weitere Details zu dem Fall mit. Demnach sei eine sofortige Verfolgung der Täter nicht möglich gewesen, weil die Polizisten sich zunächst um das verletzte Opfer kümmern mussten. Auch musste die Schwere der Verletzungen festgestellt und der Mann befragt werden. Schließlich hatte er zuvor ja gemeldet, dass die beiden Täter mit einer Axt bewaffnet waren. Sie sollen den Mann nicht nur nach Drogen gefragt haben, sondern von ihm auch verlangt haben, sein Handy herauszugeben. Insofern stufe die Polizei den Fall als schwere räuberische Erpressung ein.

Kameras der BVG könnten Aufnahmen von den Tätern mit der Axt liefern

Da die Männer mit ihrer Axt zuvor auf dem U-Bahnhof Berliner Straße waren, bestehe allerdings die Hoffnung, dass Sicherheitskameras der BVG sie gefilmt haben könnten. Herbeigerufene Rettungskräfte brachten den 27-Jährigen, der über Schmerzen im Gesicht klagte, in eine Klinik.

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Die Polizei warnt eindringlich davor, sich in solchen Situationen selbst in Gefahr zu bringen. Ratsam sei, sofort über Notruf die Polizei zu verständigen, wenn man auf eine Bedrohung aufmerksam werde. Im vorliegenden Fall folgte der Mann zusätzlich den Tätern und verhinderte nach eigenen Angaben sogar einen Übergriff auf eine Person in der Nähe, ehe er schließlich selbst zum Opfer wurde. "Es gilt der oberste Grundsatz, sich nicht selbst in Gefahr zu bringen", sagte eine Polizeisprecherin der Berliner Morgenpost. Wie man richtig handelt, komme aber immer auf den Einzelfall an. "Man sollte auf sein Bauchgefühl vertrauen."

Mann mit Axt in Spandau gab 2015 erst nach Warnschuss auf

Vor gut einem Jahr ereignete sich ein ähnlicher Fall in Berlin. Im November 2015 ging ein Mann im Spandauer Ortsteil Falkenhagener Feld durch die Straßen und drohte Passanten mit einer Axt. Mehrere Notrufe gingen daraufhin bei der Polizei ein. Als Polizisten eintrafen, entdeckten sie den Täter in einer Grünanlage in der Straße Am Kiesteich in der Nähe des Großen Spektesees.

Der Mann trat mit der Axt in den Händen zwischen Bäumen hervor und ging auf einen Polizisten und dessen Kollegin zu. Diese forderten ihn auf, stehenzubleiben und die Axt wegzulegen. Laut Polizei hob er die Axt aber hoch vor den Körper und rannte auf die Polizisten zu. Einer der Beamten gab daraufhin einen Schuss ab, der den Mann aber nicht traf. Erst daraufhin legte erdie Axt beiseite - und wurde festgenommen.

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