Mordkommission ermittelt

A10: Steine von Brücke auf Reisebus und Laster geworfen

| Lesedauer: 2 Minuten
Blaulicht

Blaulicht

Foto: dpa

Auf dem Berliner Ring warfen Unbekannte Steine auf Autos. Ein Bus wurde von einem Pflasterstein getroffen. Mordkommission ermittelt.

Nach Steinewürfen auf dem Berliner Ring am späten Sonntagabend hat die Mordkommission die Ermittlungen übernommen. Unbekannte hatten auf der A10 zwischen dem Autobahndreieck Havelland und der Anschlussstelle Oberkrämer von einer Brücke Gegenstände, darunter auch ein Pflasterstein, auf vorbeifahrende Busse und Lkw geworfen.

Wie eine Polizeisprecherin der Berliner Morgenpost sagte, wurden ein Reisebus und fünf Laster getroffen. Der Bus mit 40 Fahrgästen wurde im Frontbereich von einem Pflasterstein getroffen. Verletzt wurde wie durch ein Wunder niemand.

Ein 30-jähriger Autofahrer hatte weniger Glück. Er verletzte sich, als er ausweichen wollte und stark bremsen musste. Der Mann musste in einem Krankenhaus behandelt werden. An den getroffenen Fahrzeugen entstand Schaden von mehr als 4000 Euro. „Weil es sich um versuchte Tötungsdelikte handelt, hat die Mordkommission die Ermittlungen übernommen“, so die Polizeisprecherin weiter.

Noch in der Nacht wurde der Tatort von der Polizei abgesucht. Auch ein Polizeihubschrauber kam zum Einsatz. Allerdings konnte die Polizei keinen Verdächtigen fassen und bittet daher um Mithilfe aus der Bevölkerung. Wer am Sonntagabend gegen 22 Uhr zwischen dem Autobahndreieck Havelland und der Anschlussstelle Oberkrämer etwas verdächtiges beobachtet hat, kann sich bei der Polizei unter der Telefonnummer 03301/8510 melden.

Vorfälle dieser Art hat es in Berlin in der Vergangenheit bereits häufiger gegeben, in den meisten Fällen sind sie glimpflich ausgegangen. Es sind vor allem immer wieder Kinder oder Jugendliche, die Steine von Brücken oder Überführungen werfen, zumeist ohne über die möglichen Folgen nachzudenken.

Dass die Polizei solche Vorfälle tatsächlich nicht als Bagatellen behandelt, sondern sehr ernst nimmt, zeigt ein Fall vom Oktober 2013. Innerhalb weniger Tage flogen zweimal Steine von der Paulsborner Brücke in Halensee auf die Fahrbahn der A 100. Verletzte gab es nicht, mehrere Autos wurden jedoch beschädigt. In einem Fahrzeug durchschlug ein Stein das Glasschiebedach. Die Polizei wertete die Vorfälle als versuchte Morde. Alle Bemühungen blieben jedoch vergeblich, die Täter konnte bis heute nicht ermittelt werden.

Weitere Tatorte waren in den vergangenen Jahren die Autobahnbrücke am ICC, die Spandauer-Damm-Brücke in Charlottenburg und die Autobahn BAB 114 in Richtung stadtauswärts in Karow.