Polizei ermittelt

Tragödie in Neukölln: Mutter stirbt kurz nach Neugeborenem

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In diesem Einfamilienhaus in Buckow spielte sich das Drama ab

In diesem Einfamilienhaus in Buckow spielte sich das Drama ab

Foto: T. Peise

Eine junge Frau brachte in Neukölln ein Kind zur Welt, das die Geburt nicht überlebte. Am Montag starb auch die Mutter.

Ein unscheinbares Häuschen in einer Einfamilienhaussiedlung in Buckow. Zwei Fenster gehen Richtung Straße. Eines ist vorweihnachtlich mit Sternen dekoriert, am anderen ist der Rollladen halb herabgelassen. Im Vorgarten parkt ein Auto, das Gartentor steht offen. Nichts deutet darauf hin, dass sich in dieser Familienidylle im Berliner Süden am Sonntagabend eine Tragödie ereignet hat.

Etwa eine Stunde lang kämpften hier Notärzte um das Leben eines neugeborenen Babys. Gegen 18.20 Uhr am Adventssonntag konnten sie nur noch den Tod des Kindes festgestellt. Am Montagvormittag starb dann auch die 19 Jahre alte Mutter des toten Babys, wie der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, der Berliner Morgenpost bestätigte. Sie sei offenbar im Zusammenhang mit der Geburt gestorben.

Wie die Berliner Feuerwehr bestätigte, hatte die 19-Jährige das Baby am späten Sonntagnachmittag bei einer Hausgeburt zur Welt gebracht. Aber offenbar kam es zu Komplikationen. Um 17.22 Uhr sei bei der Leitstelle der Feuerwehr der Notruf eingegangen, sagte ein Sprecher der Feuerwehr der Berliner Morgenpost. „Baby geboren. Komplikationen bei Baby“, wurde als Stichwort für den Einsatz weitergeleitet, so der Sprecher.

Ein Rettungswagen (RTW) und ein Notarztfahrzeug fuhren sofort zu dem Einfamilienhaus. Wenig später wurde ein zweiter RTW nachalarmiert. „Kinderreanimation nach erfolgter Geburt“, lautete die weitere Einsatzinformation.

Mit an Bord war auch ein neonatologisches Team, bestehend aus einem Kinderarzt, einer Intensivschwester und/ oder einer Hebamme. „Diese Teams werden im Notfall aus einem nahe gelegenen Krankenhaus abgeholt und zum Einsatzort gebracht“, erklärte ein Sprecher.

Kurze Zeit darauf wurde erneut nachalarmiert. Zur weiteren Unterstützung kam noch ein RTW und ein Löschfahrzeug zum Einsatzort. Offenbar schwebte die 19-Jährige in Lebensgefahr und musste in ein Krankenhaus gebracht werden, wo sie dann starb. Wie ein Sprecher erklärte, wurde das Löschfahrzeug alarmiert, um weitere Helfer zur Unterstützung des Reanimationseinsatzes vor Ort zu haben.

Um 18.22 Uhr, eine Stunde nach dem ersten Notruf hat die Polizei den Fall übernommen. Das neugeborenen Baby hatte nicht überlebt.

Da die Hintergründe derzeit noch völlig unklar sind, wurde ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet. Eine Obduktion am Montag soll klären, ob eine Straftat vorliegt oder ob es sich um einen tragischen Unglücksfall handelt.

( ag )