Berlin-Neukölln

Gedenktafel für ermordeten Polizisten beschädigt

In Neukölln haben Unbekannte die Tafel für den erschossenen Berliner Polizisten Uwe Lieschied angezündet. Kollegen reagieren bestürzt.

Die Gedenktafel für den erschossenen Uwe Lieschied wurde durch das Feuer schwer beschädigt

Die Gedenktafel für den erschossenen Uwe Lieschied wurde durch das Feuer schwer beschädigt

Foto: Facebook

Unbekannte haben in der Nacht zu Mittwoch einen brennenden Autoreifen auf das Gelände einer Grundschule in Neukölln geworfen und dabei die Gedenktafel für den im Dienst getöteten Polizisten Uwe Lieschied beschädigt.

Ein Zeuge hatte das Feuer gegen 0.30 Uhr entdeckt und Feuerwehr und Polizei alarmiert. Die Feuerwehr löschte den Brand auf dem Schulgelände an der Fontanestraße.

Ein damals 40 Jahre alter Kurde hatte im Jahr 2007 in Neukölln den Berliner Polizisten Lieschied getötet. Der Mann hatte nach einem Raubüberfall versucht, sich den Fluchtweg freizuschießen. Aus etwa fünf Metern feuerte er in nahtloser Folge acht Schüsse ab, bis sein Magazin leer war. Der Mörder war vom Berliner Landgericht zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Linksextremisten hatten sich im Internet zu dem Brandanschlag bekannt und Lieschied als „Schurke“ und „Feind der Freiheit“ bezeichnet. Weiterhin gaben die Täter an, dass sie mit einem Feuer, vier Reifen und den Schildern des Kirsten-Heisig-Platzes den Gedenkort entweiht hätten.

Straßenschilder wurden abmontiert und gestohlen

Kirsten Heisig war Jugendrichterin in Neukölln und wurde bundesweit bekannt als Hauptinitiatorin des „Neuköllner Modells zur besseren und schnelleren Verfolgung von jugendlichen Straftätern“. Sie nahm sich 2010 das Leben. Im März dieses Jahres wurde in Neukölln ein Platz nach ihr benannt. Die Straßenschilder wurden wenig später abmontiert und gestohlen. Sie sollen laut Bekennerschreiben ebenfalls von dem Feuer in der Mittwochnacht zerstört worden sein.

Das Schreiben im Internet schließt mit folgenden Worten ab: „Wir verhöhnen tote Polizisten und Richter. Freiheit für alle Gefangenen!“

Zu dem Vorfall schrieb die Berliner Polizei auf ihrer Facebook-Seite: „Was uns schockiert, ist das nunmehr aufgetauchte Bekennerschreiben der linken Szene.“ Und weiter: „Wir sind entsetzt über so viel Hass und diese unmenschliche Respektlosigkeit.“

Der polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.